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	<title>Privileg &#8211; Medien Kultur Haus</title>
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	<description>Kulturzentrum in Wels</description>
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	<title>Privileg &#8211; Medien Kultur Haus</title>
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		<title>Geschichten vom Verzichten #3 Andreas Hepp und Elyas Jamalzadeh</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuni]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2022 18:04:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weniger ist mehr]]></category>
		<category><![CDATA[Privileg]]></category>
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					<description><![CDATA[Die 3. Folge von "Geschichten vom Verzichten" ist online. Diesmal spricht Kuni mit den zwei Autoren über ihre Erfahrungen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Eigentlich flüchtet jeder“ schreiben Elyas Jamalzadeh und Andreas Hepp in ihrem neu erschienenen Buch „Freitag ist ein guter Tag zum Flüchten“. Mit Kuni sprechen sie einerseits über Dinge, auf die man beim Schreibprozess gut verzichten kann und andererseits über den unfreiwilligen Verzicht während der Flucht. Erfahrungen, die ein Gefühl der Wertschätzung für das eigene Leben empfinden lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Privilegierter Verzicht?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Schilcher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jul 2022 11:03:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weniger ist mehr]]></category>
		<category><![CDATA[Privileg]]></category>
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					<description><![CDATA[Tobias or not Tobias? Ein paar Auszüge und Einfälle.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span data-syno-text="true">Die letzte Zeit hat uns vor Augen geführt, wie wenig wir im Grunde für gegeben nehmen können und dass es möglich ist, relativ schnell in eine Situation des unfreiwilligen Verzichts gebracht zu werden. Ob uns aktuell die Preisentwicklung zu einem reduzierten Konsumverhalten zwingt, die Corona-Pandemie unser Sozialleben einschränkt oder uns die Vorboten der Klimakrise ganz allgemein zu einem anderen Lebenswandel raten. </span></p>
<p><em>Weniger ist mehr</em><span data-syno-text="true"> als Ansatz entwickelt sich zunehmend von einer eher abgedroschenen Phrase zu einer notwendigen Haltung. Aber man sollte auch vorsichtig sein, nicht die Realität zu verleugnen. Die Mathematik der Formel </span><em>weniger ist mehr </em><span data-syno-text="true">funktioniert oft, ja, aber sie muss ausbalanciert sein. Manche Menschen mögen aus absoluter Askese so etwas wie Freude ziehen können; sie sind jedoch die Minderheit. </span></p>
<p><span data-syno-text="true">Die Krux am Verhältnis zwischen Verzicht und Privileg lässt sich an einem Wort festmachen: Wahl. Wenn ich mir aussuchen kann, worauf (und wie lange) ich verzichte, bin ich privilegiert. Gehe ich für einige Wochen mit einem latenten Hungergefühl zu Bett, um meine &#8222;Pandemiewampe&#8220; loszuwerden, ist das eine privilegierte Position. Sollten Lust und Laune für die Diät verloren gehen (oder der Beachbody endlich da sein) kann ich meinem Körper sofort all die kulinarischen Perversionen zuführen, die er sich wünscht. </span></p>
<p><span data-syno-text="true">Das Ausmaß an erzwungenem Verzicht ist trotz der Krisenlawine der noch jungen 2020er Jahre einigermaßen überschaubar. Verzichtet wird in unseren Breitengraden zu einem häufig freiwillig*. Aber, wie gesagt, man lernt ihn hier kennen, den unfreiwilligen Verzicht. Es findet eine Verschiebung statt, was früher Selbstverwirklichung und Optimierung war, wird zur kollektiven Verpflichtung. Die Wahl zwischen Beef- und Veggiepatty wird zu einem kleinen Stein im Mosaik des Klimawandels; eine epidemiologisch unvorsichtige Entscheidung könnte letale Folgen haben. </span><span data-syno-text="true">The stakes are high.</span></p>
<p><span data-syno-text="true">Vielleicht verlernen wir durch diese (ziemlich alternativlosen) „Verzichtserfahrungen“ ja auch, das Minimale zu sehr zu idealisieren, und das Mittelmaß, das Ausgeglichene, mehr zu schätzen. Ein großer Teil der Welt möchte echt nicht (noch) weniger. Unsere Anfälligkeit für Sätze </span><span data-syno-text="true">wie <em>weniger ist mehr</em></span><span data-syno-text="true"> zeigt vor allem eins: Wie verdammt viel wir eigentlich haben. Als Mantra für eine zunehmend ungemütliche Gegenwart und eine ungewisse Zukunft dürfte er sich aber dennoch gut eignen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span data-syno-text="true"><strong>*</strong>Natürlich gibt es bei uns auch soziale Ungleichheit, natürlich gibt es auch (immer mehr) Menschen, die sich aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation zu Verzicht gezwungen sehen. Das möchte ich keinesfalls in Abrede stellen. </span></p>
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		<title>Kunis Kommentar # 1 Leben auf der Butterseite</title>
		<link>https://www.medienkulturhaus.at/kunis-kommentar-leben-auf-der-butterseite/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kuni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jul 2022 12:45:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weniger ist mehr]]></category>
		<category><![CDATA[Privileg]]></category>
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					<description><![CDATA[Verzicht ist ein Luxus und das ist uns bewusst - eine privilegierte Perspektive.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;_&quot;:&quot;strong&quot;}]}"><strong>Kuni hat was zu sagen. Hört zu. Hinsetzen, Ohren spitzen und genießen.</strong></p>
<div class="epyt-video-wrapper"><iframe  id="_ytid_23721"  width="945" height="532"  data-origwidth="945" data-origheight="532" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/sQ_iamWwPfk?enablejsapi=1&autoplay=0&cc_load_policy=0&cc_lang_pref=&iv_load_policy=1&loop=0&rel=1&fs=1&playsinline=0&autohide=2&theme=dark&color=red&controls=1&disablekb=0&" class="__youtube_prefs__  no-lazyload" title="YouTube player"  allow="fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen data-no-lazy="1" data-skipgform_ajax_framebjll=""></iframe></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><span data-syno-text="true">Im Medien Kultur Haus &#8211; Projekt „Weniger ist mehr“ beschäftigen wir uns mit dem Thema Verzicht als Chance für Veränderung. Dabei hat uns folgender Gedanke angetrieben: Wenn wir alle da und dort etwas weglassen &#8211; hier das Handy auf die Seite legen, dort die Arbeitszeit reduzieren, da das Auto gegen das Radl austauschen &#8211; dann spaziert früher oder später das gute Leben bei der Tür herein und macht es sich auf unserer lauschigen Wohnzimmercouch gemütlich. Super, oder? Man muss nicht einmal raus gehen, einfach mal nix tun und die Füße hochlegen, und schon wird die Welt ein bisserl gerechter und man selbst ein bisserl glücklicher.</span></p>
<p><span data-syno-text="true">Hm, merkt ihr, oder? Dass da was nicht passt? Dass die ganze Argumentation an verschiedenen Ecken und Enden knirscht? Ein offensichtliches Problem könnten wir wahlweise Eurozentrismus, „first world view“ oder &#8211; etwas allgemeiner &#8211; einfach eine privilegierte Perspektive nennen. Denn sind wir uns ehrlich: Wir alle fristen &#8211; ganz offensichtlich &#8211; ein behütetes Dasein.</span></p>
<p><span data-syno-text="true">Lasst uns also über Privilegien reden. Ich stelle einfach einmal zwei Behauptungen in den Raum:</span></p>
<ol start="1" data-syno-attrs="{&quot;id&quot;:&quot;ov1gJ0mK8j&quot;,&quot;configs&quot;:[{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;decimal&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%1.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerLetter&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%2.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerRoman&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%3.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;decimal&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%4.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerLetter&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%5.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerRoman&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%6.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;decimal&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%7.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerLetter&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%8.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerRoman&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%9.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]}]}">
<li><span data-syno-text="true">Wer</span><span data-syno-text="true"> Verzicht als Chance begreifen kann, führt ein privilegiertes Leben.</span></li>
<li><span data-syno-text="true">Diese Privilegien lassen sich nicht aus der Welt räumen, indem diejenigen, die sie genießen, darauf verzichten.</span></li>
</ol>
<p><span data-syno-text="true">Schauen wir uns das mit dem privilegierten Leben anhand eines Beispiels an: Unter dem Hashtag #freezeforpeace haben im vergangenen Winter Netzaktivist*innen in den sozialen Medien dazu aufgerufen, weniger Gas zu verheizen und dadurch Wladimir Putins Kriegsmaschinerie finanziell auszuhungern. Okay, es ist schön, wenn die versammelte Twitteria das Thermostat um drei Grad runterdreht und zum netflixen im Winter jetzt einmal einen Pulli anziehen muss. Dass sich die Frage, ob man die Heizung runterdrehen will, für viele aufgrund der explodierenden Lebenskosten aber gar nicht mehr stellt, weil sie die eh schon gar nicht mehr eingeschaltet haben und ab Monatsmitte überlegen müssen, wie sie noch etwas zu essen auf den Tisch bekommen, das übersehen viele. </span></p>
<p><span data-syno-text="true">Ein anderes Beispiel zeigt, dass Privilegien nicht abgeschafft werden können, wenn einzelne auf sie verzichten: In patriarchalen Gesellschaften wie der unseren werden </span><span data-syno-text="true">weiße</span><span data-syno-text="true">, cis-männlich gelesene Personen strukturell bevorzugt. Sie bekommen die guten Jobs und werden dafür angemessen bezahlt. Wenn nun einzelne </span><span data-syno-text="true">weiße</span><span data-syno-text="true"> Cis-Männer lukrative Jobangebote abweisen oder auf Überbezahlung verzichten, ändert das an ihrer privilegierten Situation wenig und am strukturellen Rassismus und Heterosexismus überhaupt nichts. Bei der nächsten Bewerbung werden sie trotzdem wieder zum Vorstellungsgespräch eingeladen. </span><span data-syno-text="true">Ähnliches gilt übrigens auch jenseits der Identitätspolitik: Wir werden durch Konsumverzicht nicht den Kapitalismus abschaffen und durch das Stehenlassen des Autos nicht den Fossilismus besiegen. So viel ist klar.</span></p>
<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;_&quot;:&quot;em&quot;,&quot;value&quot;:false}]}"><span data-syno-text="true">Was ich damit sagen will? Wir müssen über Verzicht reden. </span><span data-syno-text="true">Dieser bietet gute Ansatzpunkte</span><span data-syno-text="true"> für das eigene </span><span data-syno-text="true">Wohlergehen </span><span data-syno-text="true">in einer Welt des Überflusses. Deshalb erzählen wir in unserem Blog auch persönliche Erfolgsgeschichten des Verzichts.</span></p>
<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;_&quot;:&quot;em&quot;,&quot;value&quot;:false}]}"><span data-syno-text="true">Was ich damit aber eben </span><span data-syno-text="true"><u>auch</u></span> <span data-syno-text="true">sagen will: </span><span data-syno-text="true">Verzicht muss man sich leisten können. </span><span data-syno-text="true">Und er allein wird ein fehlerhaftes System nicht verändern. In unseren Überlegungen darüber, inwiefern Verzicht eine Chance für Veränderung darstellen kann, müssen wir das berücksichtigen. Nur dann kann weniger auch wirklich mehr für alle sein.</span></p>
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