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	<title>Florian Walter &#8211; Medien Kultur Haus</title>
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	<description>Kulturzentrum in Wels</description>
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	<title>Florian Walter &#8211; Medien Kultur Haus</title>
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		<title>Geschichten vom Verzichten #8 Kuni &#038; Wim &#8211; Das Ende</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Walter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Nov 2022 07:08:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weniger ist mehr]]></category>
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					<description><![CDATA[The final episode: Kuni &#038; Wim (Tobi) blicken zurück auf die "Geschichten vom Verzichten".]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>This is the end: Kuni &amp; Wim (Tobi) blicken zurück auf die &#8222;Geschichten vom Verzichten&#8220;. Lehren werden gezogen, Anekdoten zum Besten gegeben und Donuts verspeist. Zuckersüß!</p>
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		<title>Arbeit neu denken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Walter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Nov 2022 12:17:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weniger ist mehr]]></category>
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					<description><![CDATA[Über Arbeitsmoral, echtes und inneres Kündigen und wie alles besser werden könnte. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><i>“Weniger ist mehr!”, denken sich heute immer mehr Menschen in Bezug auf ihren Beruf. Doch warum ist das so? Wie gehen Menschen mit dieser Einsicht um? Und reicht es, einfach nur die Arbeitszeit zu reduzieren? Einige Gedanken zur Einordnung.</i></b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Brennen (und Ausbrennen) für den Job war gestern. Längst verschieben sich die Perspektiven auf das Thema Arbeit aufseiten und zugunsten derer, die sie auch leisten. Die Untertan*innenmentalität ist Geschichte, der Wendung ‘Dienst nach Vorschrift’ haftet heute kein negativer Beigeschmack mehr an. Menschen, die ihrer Arbeit zwar einen wichtigen, aber nicht den zentralen Stellenwert in ihrem Leben einräumen, sind im Jahr 2022 keine “Owizahra” mehr. Im Gegenteil, sie haben ihre Work-Life-Balance im Griff und verstehen, dass Geldverdienen kein Selbstzweck, sondern notwendiges Übel in einer durchökonomisierten Welt ist.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Antiquierte Arbeitsmoral</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch der Reihe nach: Wenn wir über Arbeit und deren Relevanz für die Menschen sprechen, müssen wir ein bisschen in die Geschichte zurückschauen. Lange Zeit galt in Europa und in den durch den europäischen Kolonialismus geprägten Teilen der Welt (u.a. auch in den USA) die so genannte ‘protestantische Ethik’ als leitende moralische Einstellung gegenüber der eigenen Arbeit. Schon vor über hundert Jahren beschrieb der Soziologe Max Weber in seinem Werk </span><a href="https://homepage.univie.ac.at/henning.schluss/seminare/2016-SS/Potsdam-Bi-po/TExte/Weber-Protestantische-Ethik.pdf"><i><span style="font-weight: 400;">D</span></i><i><span style="font-weight: 400;">ie protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus</span></i></a> <span style="font-weight: 400;">diese Moralvorstellung von Arbeit: In der Tradition Martin Luthers werde Arbeit als nicht zu hinterfragende Pflicht gegenüber Gott und somit als Zentrum des menschlichen Lebens betrachtet. Weber kritisierte, dass die protestantische Ethik in dieser Form nicht Weiteres sei, als ein wesentliches Herrschaftsinstrument des ab dem 16. Jahrhundert aufkeimenden Kapitalismus. Obwohl Max Weber keineswegs dem Kommunismus zuneigte, zeigt sich in der Auswahl seiner Forschungsinteressen und der Verwendung bestimmter Begriffe sein Bezug zu Karl Marx, was ihm auch den Spitznamen “bürgerlicher Marx” einbrachte. Über die Einstellung zur Arbeit Anfang des 20. Jahrhunderts schreibt Weber (S.23):</span></p>
<blockquote><p>“[J]ener eigentümliche, uns heute so geläufige und in Wahrheit doch so wenig selbstverständliche Gedanke der Berufspflicht: einer Verpflichtung, die der einzelne empfinden soll und empfindet gegenüber dem Inhalt seiner ‘beruflichen’ Tätigkeit, gleichviel worin sie besteht, gleichviel insbesondere ob sie dem unbefangenen Empfinden als reine Verwertung seiner Arbeitskraft oder gar nur seines Sachgüterbesitzes (als ‘Kapital’) erscheinen muss: – dieser Gedanke ist es, welcher der ‘Sozialethik’ der kapitalistischen Kultur charakteristisch, ja in gewissem Sinne für sie von konstitutiver Bedeutung ist.”</p></blockquote>
<p><span style="font-weight: 400;">Wichtig an dieser Analyse ist heute vor allem die Einsicht, dass weder die beschriebene moralische Einstellung zur Arbeit noch das kapitalistische Produktionssystem naturgegeben sind. Beide Phänomene sind menschheitsgeschichtlich relativ junge Erscheinungen und damit selbstverständlich hinterfragbar und auch änderbar.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Echtes und inneres Kündigen</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Weberschen Erkenntnisse über sie Rolle religiöser Moralvorstellungen im Kapitalismus prägen die veränderten Sichtweisen auf Arbeit von heute mit. Dazu trägt auch die sinkende Bedeutung von Religion im Alltag der Menschen bei. Spätestens mit der COVID-Pandemie setzte sich bei immer mehr (jungen) Menschen die Einsicht durch, dass Arbeit nicht alles ist im Leben und dass auch das Privatleben, vor allem aber die eigene Gesundheit wichtig ist. Ein erstes Aufflackern dieser Erkenntnis wurde Anfang 2021 in einem Phänomen deutlich, das als </span><b>Great Resignation</b><span style="font-weight: 400;"> &#8211; zu deutsch etwa: das große Kündigen &#8211; bezeichnet wird. Es beschreibt einen Trend, der eine große Anzahl an Arbeitnehmer*innen aufgrund stagnierender Löhne, fehlender Aufstiegsperspektiven, unflexibler Homeoffice-Regelungen und generell andauernder Unzufriedenheit dazu bewog, ihre Jobs aufzugeben. Besonders Angestellte in der Pflege, im Tourismus oder im Bildungsbereich waren an dieser Kündigungswelle beteiligt. Das große Kündigen nahm seinen Ausgangspunkt in den USA und schwappte schließlich auch nach Europa und Österreich über. Studien zeigen, dass weltweit bereits </span><a href="https://www.microsoft.com/en-us/worklab/work-trend-index/hybrid-work"><span style="font-weight: 400;">40% der Arbeitnehmer*innen</span></a><span style="font-weight: 400;"> überlegen, ihren Job zu kündigen. Demgegenüber nehmen sich die </span><a href="https://jobs.derstandard.at/lebenslauf-und-bewerben/great-resignation-in-osterreich-das-grose-kundigen/"><span style="font-weight: 400;">25%, die in Österreich einem Jobwechsel offen gegenüberstehen</span></a><span style="font-weight: 400;">, geradezu bescheiden aus.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch ein anderes, unlängst medial ausführlich besprochenes Phänomen hängt mit dieser Bereitschaft zur Kündigung zusammen: Der Begriff </span><b>Quiet Quitting</b><span style="font-weight: 400;"> (auf deutsch: stille Kündigung) wurde im Juli dieses Jahres vom </span><a href="https://www.tiktok.com/@zaidleppelin/video/7124414185282391342"><span style="font-weight: 400;">TikToker Zaid Zeppelin</span></a><span style="font-weight: 400;"> populär gemacht. Er bezeichnet kurz gesagt die Tatsache, dass man als Arbeitnehmer*in nur das leistet, wofür man auch bezahlt wird. Das bedeutet: Keine Mails nach Feierabend beantworten und keine Anrufe am Wochenende annehmen. Keine besonders radikale Idee, möchte man meinen. Angesichts mehr als </span><a href="https://www.statistik.at/statistiken/arbeitsmarkt/arbeitszeit/geleistete-arbeitszeit-arbeitsvolumen-ueberstunden"><span style="font-weight: 400;">190 Millionen in Österreich geleisteter Überstunden im Jahr 2021</span></a><span style="font-weight: 400;"> aber wohl doch radikaler, als es scheint. Im Unterschied zur ‘Great Resignation’ wird hier nicht wirklich gekündigt, sondern auf Dienst nach Arbeitsvertrag zurückgeschraubt. Die Motive sind jedoch ähnlich wie zuvor beschrieben, und auch die Ziele &#8211; mehr Freizeit und weniger Stress &#8211; überschneiden sich.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Reduktion alleine reicht nicht</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie wirken sich die genannten Veränderungen der Arbeitsethik auf die Arbeitsmarkt aus? Natürlich verändert sich damit auch die Arbeitswelt grundlegend und nachhaltig. Betriebe finden schwieriger Angestellte, müssen also ihr Angebot umstellen. </span><a href="https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/wels/welser-hotel-kommt-mitarbeitern-mit-attraktivem-arbeitszeitmodell-entgegen;art67,3587390"><span style="font-weight: 400;">Moderne Unternehmen</span></a><span style="font-weight: 400;"> reagieren mit Arbeitszeitreduktion (z.B. der Einführung der 4-Tage-Woche), flexibleren Arbeitszeiten, besserer Kinderbetreuung und höheren Löhnen. Aber reicht das aus? Was braucht es sonst, damit westliche Gesellschaften weiterhin produktiv sein und einen zufriedenstellenden Lebensstandard erreichen können? Jedenfalls mehr als ein paar politische Maßnahmen. Weber hat nicht umsonst von der “kapitalistischen Kultur” gesprochen, Veränderungen müssen also tiefer greifen als nur auf den Bereich der Wirtschaftspolitik. Es braucht einen grundlegenden kulturellen Wandel in Bezug auf unsere Lebensweise. Nicht nur müssen wir anders produzieren und konsumieren, wir müssen unsere Formen des Tätigseins insgesamt hinterfragen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie die Soziologin Frigga Haug in ihrem Konzept der </span><a href="http://www.inkrit.de/frigga/documents/DA291_fh.pdf"><i><span style="font-weight: 400;">Vier-in-einem-Perspektive</span></i></a><span style="font-weight: 400;"> darlegt, kommt in der Kritik klassischer Arbeitsverhältnisse vor allem ein gesellschaftlicher Konflikt um Lebenszeit zum Ausdruck, der die gesamte Gesellschaft und die darin herrschenden Machtverhältnisse infrage stellt. Haug schreibt (S.242f):</span></p>
<blockquote><p><span style="font-weight: 400;">“Die zerlegende Organisation des Gesellschaftsprozesses &#8211; in den profitgetriebenen Erwerbsbereich, den ‘verweiblichten’ Reproduktionsbereich jenseits der Lohnform, die abgesonderte Politik in den Händen von ‘Stellvertretern’ &#8211; festigt die kapitalistischen Herrschaftsverhältnisse um den Preis der Verkümmerung und Vergeudung menschlicher Talente. Diese Verknotung von Herrschaftsverhältnissen aufzulösen, ist das Projekt der 4-in-1-Perspektive. Werden die Bereiche anders verknüpft, ändern sie sich auch qualitativ. Indem eine solche Veränderung durch die Vielen bewerkstelligt werden muss, löst sich deren einseitige Verwachsenheit mit einer bestimmten Funktion, der alles andere untergeordnet ist. Die spontane Geringschätzung der Reproduktionstätigkeiten als ‘nicht wirklich Arbeit’ wird in Wertschätzung umschlagen, sobald sie Teil des eigenen Lebens sind. Den Freiraum für die Entwicklung seiner selbst zu erstreiten, arbeitet gegen die permanente sektorale Einspannung.”</span></p></blockquote>
<p><span style="font-weight: 400;">In diesem Absatz ist schon viel gesellschaftspolitisches Programm enthalten. Wer sich intensiver mit Haugs Ideen beschäftigen will, sei hiermit herzlich dazu eingeladen. Die Erkenntnis aus ihren Ausführungen ist klar: Wir müssen nicht alle Teilzeitkräfte in Vollzeit bringen, um ihnen die Pensionen zu sichern. Das wäre wieder nur eine Anpassung der Menschen an die kaputten Strukturen. Nur umgekehrt wird ein Schuh daraus. Zentral für die Anpassung der Arbeitswelt an die in Phänomenen wie ‘Great Resignation’ und ‘Quiet Quitting’ verpackten Bedürfnisse der Menschen ist eine radikale Umdeutung des Stellenwertes von Lohnarbeit. Nur so können sich auch die Machtlosen vom Zwang der Ausbeutung befreien. Das scheinen immer mehr Menschen &#8211; mehr oder weniger bewusst &#8211; zu erkennen. Viele merken heute, dass ihre wertvolle Zeit auf der Welt ein endliches Gut ist. Diese wollen sie anders verbringen, als nur mit Erwerbsarbeit. Auch für Familie und Freund*innen, die Gemeinschaft und sich selbst wollen Menschen Zeit haben. Unsere Zeit auf der Welt ist begrenzt. Also füllen wir sie nicht mit Arbeit, sondern mit Leben. Und zwar nicht nur für die paar Privilegierten, sondern für alle.</span></p>
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		<title>Zwischen[5]durch: &#8222;Is small beautiful?&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Walter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2022 08:52:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Weniger ist mehr]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch bei der Arbeit im Kulturbereich gilt oft: weniger ist mehr.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><i>Einsteigen, bitte! An dieser Stelle laden wir euch auf eine kleine virtuelle Rundreise zu ausgewählten Kulturinitiativen ein. Wir haben in Wels, Linz und Gallneukirchen nachgefragt, was “Kulturarbeit im Kleinformat” eigentlich so besonders macht und inwiefern auch hier weniger mehr ist.</i></strong></p>
<p><b>Startpunkt: Oktolog</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein Dienstagmorgen mitten im August. Am Gelände des Alten Schlachthofs in Wels herrscht noch diese angenehme sommerliche Frische, der man bereits anmerkt, dass sie tagsüber einer schweißtreibenden Hitze weichen wird. Es ist gut 9 Uhr, dementsprechend wenig Betriebsamkeit ist auszumachen. Hier schleppt sich ein zerknautschtes Gesicht in den Frühstücksraum zum Morgenkaffee, da sucht eine schlaftrunkene Gestalt den Weg Richtung Dusche, dort hat sich eine motivierte Person mit einem Skizzenblock auf einem der vielen Tische niedergelassen. Man nickt sich zu, wünscht sich einen guten Morgen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Gut vierzig Personen tummeln sich in diesen Tagen im Welser Kulturzentrum, um an aktuellen Projekten zu arbeiten und gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Zusammengebracht hat sie das</span><a href="http://www.oktolog.at/"> <span style="font-weight: 400;">Oktolog</span></a><span style="font-weight: 400;">, selbstbetiteltes Art &amp; Maker Camp, eigentlich aber eine Art Community-Experiment, das in seinen besten Momenten zwischen kollektiver Artist-Residency und weltlichem Retreat für Kreative oszilliert. Ein Kraftort im anti-esoterischen Sinn, der den Teilnehmer*innen die Gelegenheit bietet, abseits der Zwänge des Alltags miteinander in Verbindung zu treten, voneinander zu lernen, Neues auszuprobieren.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Möglich ist diese Erfahrung in der gegebenen Intensität, weil man die Veranstaltung bewusst im intimen Rahmen hält. „Wir haben nach den ersten beiden Jahren darüber nachgedacht, wie groß wir das Ganze zukünftig gestalten wollen”, sagt Theresia Meindl, eine der Initiator*innen des Oktolog. „Wenn wir das ganze Gelände nutzen und auch noch mit anderen Kultureinrichtungen kooperieren würden, hätten wir sicher auch Potenzial für 100 oder mehr Teilnehmer*innen. Wir haben uns dann aber bewusst für die kleine Variante entschieden, da mit einer Vergrößerung nicht nur eine Zersplitterung der Community der Oktolog*innen einher gegangen wäre, sondern wir auch mehr organisatorische Aufgaben wie etwa die Koordination von Personal und Räumen übernehmen hätten müssen. Damit hätten wir selbst nicht mehr auf eine Art Teil des Oktolog sein können, wie wir uns das wünschen.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Entscheidung für kleinformatiges Veranstalten wurde also im Team bewusst getroffen. Wie ist das bei anderen Veranstalter*innen? Wieso veranstalten sie Konzerte, Lesungen und Festivals für 20, 50, 100 Leute? Daheimfestival statt Frequency, Volksgarten statt Volksoper, Klangfolger statt Klangwolke: Was bieten kleine Formate, was große nicht bieten können? Ich habe mich dazu mit diversen Leuten unterhalten. Mich interessieren &#8211; recht genre-unabhängig &#8211; jene Initiativen, die sich bewusst dafür entschieden haben, mit ihren Aktivitäten und Veranstaltungen ein eher überschaubares Publikum zu erreichen. Ich will herausfinden, welchen Wert die involvierten Personen im Arbeiten „im Kleinen” sehen &#8211; für sich selbst genauso wie für die Gesellschaft. Auf geht’s zur virtuellen Rundreise!</span></p>
<figure id="attachment_8204" aria-describedby="caption-attachment-8204" style="width: 945px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-8204 size-large" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/ZineWorkshop_at_Oktolog_c_Andreas-Czak-1024x683.jpg" alt="" width="945" height="630" srcset="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/ZineWorkshop_at_Oktolog_c_Andreas-Czak-1024x683.jpg 1024w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/ZineWorkshop_at_Oktolog_c_Andreas-Czak-300x200.jpg 300w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/ZineWorkshop_at_Oktolog_c_Andreas-Czak-768x512.jpg 768w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/ZineWorkshop_at_Oktolog_c_Andreas-Czak-1536x1024.jpg 1536w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/ZineWorkshop_at_Oktolog_c_Andreas-Czak-2048x1365.jpg 2048w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/ZineWorkshop_at_Oktolog_c_Andreas-Czak-1612x1075.jpg 1612w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/ZineWorkshop_at_Oktolog_c_Andreas-Czak-1116x744.jpg 1116w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/ZineWorkshop_at_Oktolog_c_Andreas-Czak-806x537.jpg 806w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/ZineWorkshop_at_Oktolog_c_Andreas-Czak-558x372.jpg 558w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/ZineWorkshop_at_Oktolog_c_Andreas-Czak-655x437.jpg 655w" sizes="(max-width: 945px) 100vw, 945px" /><figcaption id="caption-attachment-8204" class="wp-caption-text">Zine Workshop am Oktolog22 | Foto: Andreas Czák</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Erste Station: Daheimfestival</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Florian Forstner ist ein extrem sympathischer Typ, stets gut bekleidet mit Hut und freundlichem Lächeln. Ich treffe den Welser Musiker (</span><a href="https://www.instagram.com/fluadan"><span style="font-weight: 400;">@fluadan</span></a><span style="font-weight: 400;">) auf dem Oktolog und komme mit ihm über seine kulturarbeiterische Tätigkeit zu sprechen. Gemeinsam mit seinem Linzer Musikerkollegen Jürgen Brunner (</span><a href="https://www.instagram.com/kidarcademusic"><span style="font-weight: 400;">@kidarcademusic</span></a><span style="font-weight: 400;">) hat er während des ersten Corona-Lockdowns das virtuelle Live-Format</span><a href="https://www.instagram.com/daheimfestival"> <span style="font-weight: 400;">Daheimfestival</span></a><span style="font-weight: 400;"> ins Leben gerufen. „Wir mussten beide am ersten Tag des ersten Lockdowns einen Auftritt absagen. Aus dieser Enttäuschung entstand die gemeinsame Idee, auch im Lockdown den Musiker*innen eine Bühne und dem Publikum Livemusik und ‘Künstler*innen zum Anfassen’ zu bieten. Dieses Konzept wurde von allen Seiten super angenommen,” berichtet Forstner über die Entstehungsgeschichte. Nach den Veranstaltungsbeschränkungen wurde das Konzept neu überdacht und vom Internet ins „real life” übertragen: „Wir veranstalten jetzt das Daheimfestival einmal im Monat im Schlachthof Wels. Wir bieten den Musiker*innen eine Bühne, ein interessiertes Publikum und Hutgeld als Gage &#8211; was tatsächlich oft mehr wird als so manche fixe Gage!”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Bereits das Beispiel Hutgeld zeigt: Auch beim Daheimfestival hat man sich bewusst für ein kleines Format mit überschaubarem Publikum entschieden. Das zeigt sich an allen Ecken des eigenen Tuns. Die Aktivist*innen werden liebevoll als „Daheimfestival-Familie” bezeichnet, bei den Konzerten ist man um heimelige Atmosphäre und Nähe zwischen Publikum und Aufführung bemüht, damit die auftretenden Künstler*innen als Menschen wahrnehmbar bleiben. Alle Musiker*innen sind beim Daheimfestival explizit willkommen &#8211; Lampenfieber, Ausprobieren und die Möglichkeit des Scheiterns werden eingeplant. Das alles sind Dinge, die auf großen Festivalbühnen eher keinen Platz finden.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Florian Forstner ergänzt aus Sicht der beiden Initiatoren des Daheimfestivals noch zwei weitere Vorteile des Kleinformats: „Wir sind beide eher gerne auf kleinen Konzerten, Festivals und in kleinen Locations unterwegs. Da spürt man einfach die Musik, die Energie, noch näher und intensiver. Ohne die kleinen Locations wäre es obendrein niemals möglich als Live-Musiker*in irgendwo zu starten. Es braucht diese Orte für Kunst und Kultur – vielleicht manchmal sogar mehr, als die großen?” Na, schauen wir mal weiter.</span></p>
<figure id="attachment_8205" aria-describedby="caption-attachment-8205" style="width: 945px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-8205 size-large" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Daheim4_c_Florian-Forstner-1024x768.jpeg" alt="" width="945" height="709" srcset="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Daheim4_c_Florian-Forstner-1024x768.jpeg 1024w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Daheim4_c_Florian-Forstner-300x225.jpeg 300w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Daheim4_c_Florian-Forstner-768x576.jpeg 768w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Daheim4_c_Florian-Forstner-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Daheim4_c_Florian-Forstner-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Daheim4_c_Florian-Forstner-1612x1209.jpeg 1612w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Daheim4_c_Florian-Forstner-1116x837.jpeg 1116w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Daheim4_c_Florian-Forstner-806x605.jpeg 806w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Daheim4_c_Florian-Forstner-558x419.jpeg 558w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Daheim4_c_Florian-Forstner-655x491.jpeg 655w" sizes="(max-width: 945px) 100vw, 945px" /><figcaption id="caption-attachment-8205" class="wp-caption-text">Zufriedenes Publikum am Daheimfestival | Foto: Daheimfestival</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Nächster Stopp: Volksgarten</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Für den nächsten Eindruck verlassen wir den Welser Schlachthof und bewegen uns gedanklich in Richtung Traun, wo zwischen Messehallen, Welios Science Center und Stadthalle ein kleines Stück urbanes Grünland namens Volksgarten sein unscheinbares, aber durchaus sehenswertes Dasein fristet. Etwa in der Mitte des Parks befindet sich ein etwas aus der Zeit gefallenes würfelförmiges Gebäude, durch dessen hinteren Teil sich ein Anbau in Form und Farbgebung einer Zigarette erstreckt: der Austria Tabak Pavillon. Dieses Gebäude und der es umgebende Teil des Parks sind das primäre Tätigkeitsfeld des</span><a href="https://www.facebook.com/volksgarten/"> <span style="font-weight: 400;">Vereins Volksgarten</span></a><span style="font-weight: 400;">, der vor Ort unterschiedliche Veranstaltungen wie Flohmärkte, Lesungen, Workshops, Konzerte, Filmvorführungen oder auch einfach nur gesellige Treffen organisiert.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">„Bereits bei der Gründung war es die Idee des Vereins, den Volksgarten durch niedrigschwellige Aktivitäten neu zu beleben. Dazu organisieren wir Veranstaltungen ohne oder mit geringem Eintritt, oft und gerne auch gemeinsam mit anderen Vereinen aus dem Welser Kulturleben wie dem Programmkino oder dem Kulturverein Waschaecht”, berichtet Christian Bartak, laut Eigendefinition Teil der dritten Generation von Aktivist*innen im Verein Volksgarten, mit dem ich während des Oktolog in einer anderen Angelegenheit telefoniert und ihn bei der Gelegenheit gleich über die Tätigkeiten des Vereins befragt habe.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Von Beginn an war es die gemeinsame Vorstellung der Vereinsmitglieder, kleine und intime Veranstaltungen zu organisieren. Bartak begründet das so: „Für mich war es immer schön, dass kleine Feste, Märkte, Konzerte und Lesungen sehr familienfreundlich sind und meine Kinder mitwirken konnten. Außerdem nimmt es viel Druck, wenn man nicht ‚liefern’ muss, es also egal ist, ob 10, 50 oder 100 Leute kommen. Wir sind kein kommerzieller Kulturbetrieb und auch keine Gastronomie. Wenn also einmal um Mitternacht das Bier ausgeht, dann ist das halt so. Wir müssen uns deshalb keine Gedanken und schon gar keine Sorgen machen.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Kleine Veranstaltungen ermöglichen also ein entspanntes Arbeiten, was besonders im Ehrenamt eine zentrale Rolle zu spielen scheint. Dazu kommt, dass bei der Vereinstätigkeit im Kleinen das gemeinsame Tun stärker im Fokus steht. Es entsteht ein fast dörflicher Charakter im kleinstädtischen Naherholungsgebiet. Etwas, das kommerzielle Massenevents laut Christian Bartak nicht bieten können: „Große Kulturveranstaltungen interessieren mich generell nicht. Dort wird das Präsentierte nur konsumiert, bei kleinen Veranstaltungen ist man auch als Besucher*in mittendrin. Ich ziehe das auch privat so durch, etwa wenn ich eine bestimmte Band sehen will. Ich suche mir die kleinste Location, wo sie spielt &#8211; und dort fahre ich dann hin.”</span></p>
<figure id="attachment_8206" aria-describedby="caption-attachment-8206" style="width: 945px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8206 size-large" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Foto-Volksgarten_c_Flo-Walter-1024x575.jpg" alt="" width="945" height="531" srcset="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Foto-Volksgarten_c_Flo-Walter-1024x575.jpg 1024w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Foto-Volksgarten_c_Flo-Walter-300x168.jpg 300w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Foto-Volksgarten_c_Flo-Walter-768x431.jpg 768w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Foto-Volksgarten_c_Flo-Walter-1536x863.jpg 1536w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Foto-Volksgarten_c_Flo-Walter-2048x1150.jpg 2048w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Foto-Volksgarten_c_Flo-Walter-1612x905.jpg 1612w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Foto-Volksgarten_c_Flo-Walter-1116x627.jpg 1116w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Foto-Volksgarten_c_Flo-Walter-806x453.jpg 806w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Foto-Volksgarten_c_Flo-Walter-558x313.jpg 558w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Foto-Volksgarten_c_Flo-Walter-655x368.jpg 655w" sizes="auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px" /><figcaption id="caption-attachment-8206" class="wp-caption-text">Hans-Peter Falkner singt Gstanzln im Volksgarten | Foto: Florian Walter</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Vorletzter Halt: Schlot</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Für unseren vorletzten Aufenthalt verlassen wir Wels und begeben uns in die Landeshauptstadt. Dort, im Linzer Frankviertel, früher Heimat zahlreicher Industriearbeiter*innen und immer noch als “Glassscherbenviertel” verschrien, ist seit 2014 der </span><a href="http://www.schlot.info/"><span style="font-weight: 400;">Kulturverein Schlot</span></a><span style="font-weight: 400;"> beheimatet. Auf dem Gelände einer ehemaligen Matratzenfabrik betreibt der Verein ein Gemeinschaftsatelier und veranstaltet in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Ausstellungen, Konzerte und andere Events wie das mittlerweile bereits legendäre Schlommerfest. Bis zur COVID-Pandemie gab es auch Pflanzlmärkte und künstlerische Happenings wie den ‘Christgsindlmarkt’.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">“Die Idee war und ist, in einer Gemeinschaft, in der man sich wohlfühlt, zu arbeiten, Zeit zu verbringen und sich kreativ austoben zu können. Und das Ganze mit möglichst niedrigem finanziellem Aufwand”, beschreibt Geschäftsführerin Birgit Koblinger die Gründungsabsicht des Schlot. Gemeinsamkeit wird sowohl auf Veranstaltungen und im Atelier als auch online gepflegt, bei der Kommunikation hilft ein webbasierter Instant-Messaging-Dienst. Obwohl die Pandemie und auch die zusätzliche Care-Arbeit durch die Familie mit Kind es schwieriger gemacht haben, das Gemeinschaftsgefühl aufrecht zu erhalten, ist die Schlot-Community über die Jahre zusammengewachsen und stabiler geworden als in Anfangszeiten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Mit bis zu drei Veranstaltungen im Monat, einem Gemeinschaftsatelier für zehn kreative Menschen sowie einem Proberaum mit vier eingemieteten Bands ist auch der Schlot ein im Vergleich kleiner Kulturbetrieb. Die Entscheidung für das Kleinformat ist aber nicht bewusst getroffen worden &#8211; und entspricht auch nicht unbedingt den eigenen Wahrnehmungen: “Es fühlt sich für uns gar nicht mehr so klein an, weil das Drumherum viel Arbeit ist. Die unterschiedlichen Arbeitsbereiche bedeuten viele Bedürfnisse, viel Organisation und verlangen viel spontanes Handeln.” Auch die zunehmende Professionalisierung führt dazu, die eigene Tätigkeit bei allem Spaß und aller Leidenschaft nicht mehr nur als klein, frei und unbeschwert zu empfinden: “Sobald man Geld verdienen muss, verliert es an Leichtigkeit, man ist gefangener in Kalkulationen, Anträgen, Abrechnungen, Bringschuld, Erfüllung von Erwartungen, Routinen.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dennoch gibt es für Birgit Koblinger und die “Schlotis” vieles, was für die Kulturtätigkeit im Kleinen spricht: Engere Beziehungen etwa, sowie einfachere Handhabe, Spontanität, der kreative Prozess und die Tatsache, dass man intern mehr wahr- und ernstgenommen wird. Eine Mitarbeit in einem größeren Kulturbetrieb steht für sie deshalb nicht zur Debatte, die Arbeit an eigenen Projekten ist spannender. Und so beantwortet Birgit die Frage, ob small auch gleichzeitig beautiful sei, auch konsequent mit einem klaren: “Definitiv!”</span></p>
<figure id="attachment_8212" aria-describedby="caption-attachment-8212" style="width: 945px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8212 size-large" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Schlommerfest__c_Schlot-1024x683.jpg" alt="" width="945" height="630" srcset="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Schlommerfest__c_Schlot-1024x683.jpg 1024w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Schlommerfest__c_Schlot-300x200.jpg 300w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Schlommerfest__c_Schlot-768x512.jpg 768w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Schlommerfest__c_Schlot-1116x744.jpg 1116w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Schlommerfest__c_Schlot-806x538.jpg 806w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Schlommerfest__c_Schlot-558x372.jpg 558w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Schlommerfest__c_Schlot-655x437.jpg 655w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Schlommerfest__c_Schlot.jpg 1354w" sizes="auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px" /><figcaption id="caption-attachment-8212" class="wp-caption-text">Eih Highlight des Schlot-Jahres: das Schlommerfest | Foto: Schlot</figcaption></figure>
<p><b>Endstation: Klangfolger</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Für die letzte Station unserer Reise begeben wir uns ins untere Mühlviertel, genauer gesagt nach Gallneukirchen. In der knapp 15 Kilometer östlich von Linz gelegenen Stadtgemeinde findet seit 2008 das </span><a href="http://klangfestival.at"><span style="font-weight: 400;">Klangfestival</span></a><span style="font-weight: 400;"> statt. Dabei werden an mehreren Tagen vor allem Leerstände wie eine ehemalige Nähstube, ein altes Feuerwehrhaus oder ein aufgelassenes Hallenbad mit vorwiegend experimenteller Musik, aber auch mit Literatur, Performancekunst, Film oder Theater bespielt. Auf die Beine gestellt wird das Festival vom Kulturverein Klangfolger, der im Jahresverlauf auch einzelne Veranstaltungen mit ähnlichen Schwerpunkten umsetzt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch wenn die Entscheidung für kleinformatige Kulturtätigkeit unter den Aktivist*innen rund um den Klangfolgerl nie explizit getroffen wurde: Die Schwerpunktsetzung auf Kunstformen abseits des Mainstreams sowie die Entscheidung dafür, in einem Ort mit nur gut sechseinhalbtausend Einwohner*innen zu veranstalten, haben wohl von Beginn an auf eine überschaubare Publikumszahl hingeleitet. Und man kann der Arbeit im Kleinen durchaus etwas abgewinnen. “Das Kleinformat ist die Ursuppe, aus der das Große entspringen kann. Neues auszuprobieren und experimentieren zu können ist wohl das Besondere am Kleinformat, Stichwort Versuchslabor”, begründet Thomas Auer, Aktivist und Presseansprechperson des Vereins Klangfolger, den Antrieb für die eigene Tätigkeit.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ebenso reizvoll wie die Möglichkeit des Experimentierens ist die Gelegenheit, im Kollektiv zu arbeiten. So trifft sich einmal im Monat das gesamte Plenum des derzeit 16-köpfigen Klangfolger-Teams &#8211; zusätzlich gibt es kleinere Arbeitsgruppen und auch ein Online-Forum, das für den Austausch genutzt wird. Obwohl man ein Klangfestival in der Größe eines Donaufestivals durchaus gerne einmal ausprobieren würde: Das vor Ort praktizierte kollektive Organisieren und Kuratieren wäre in diesen Dimensionen wohl nicht mehr möglich.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Generell findet Thomas Auer große Kulturveranstaltungen nicht uninteressant, schließlich könne man dort beobachten, was aus der “Ursuppe” der kleinen Vereine und Initiativen entstanden sei. Aber: „Langweilig wird mir, wenn es sich um reines Konsumieren von Kultur handelt.” Beim Klangfolger wirkt man einer rein konsumorientierten Kulturproduktion deshalb auf allen Ebenen entgegen. Selbst kulturpolitisch will man sich durch die Auswahl von Leitmotiven für das Festival (zuletzt etwa weaving in oder co/op), ein festivalbegleitendes Magazin und auch das Bespielen von Leerständen positionieren. Denn auch das lässt das Kleinformat zu, wenn man will.</span></p>
<figure id="attachment_8209" aria-describedby="caption-attachment-8209" style="width: 945px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8209 size-large" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Susanna-Gartmayer_at_Klangfestival_c_Philippe-Gerlach_Klangfestival-1024x683.jpg" alt="" width="945" height="630" srcset="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Susanna-Gartmayer_at_Klangfestival_c_Philippe-Gerlach_Klangfestival-1024x683.jpg 1024w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Susanna-Gartmayer_at_Klangfestival_c_Philippe-Gerlach_Klangfestival-300x200.jpg 300w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Susanna-Gartmayer_at_Klangfestival_c_Philippe-Gerlach_Klangfestival-768x512.jpg 768w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Susanna-Gartmayer_at_Klangfestival_c_Philippe-Gerlach_Klangfestival-1536x1024.jpg 1536w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Susanna-Gartmayer_at_Klangfestival_c_Philippe-Gerlach_Klangfestival-2048x1365.jpg 2048w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Susanna-Gartmayer_at_Klangfestival_c_Philippe-Gerlach_Klangfestival-1612x1075.jpg 1612w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Susanna-Gartmayer_at_Klangfestival_c_Philippe-Gerlach_Klangfestival-1116x744.jpg 1116w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Susanna-Gartmayer_at_Klangfestival_c_Philippe-Gerlach_Klangfestival-806x537.jpg 806w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Susanna-Gartmayer_at_Klangfestival_c_Philippe-Gerlach_Klangfestival-558x372.jpg 558w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/10/Susanna-Gartmayer_at_Klangfestival_c_Philippe-Gerlach_Klangfestival-655x437.jpg 655w" sizes="auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px" /><figcaption id="caption-attachment-8209" class="wp-caption-text">Susanna Gartmayer am Klangfestival 22 | Foto: Philippe Gerlach/Klangfolger</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Fazit: Ist „small” also „beautiful”?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dass Kulturarbeit im Kleinformat lohnend ist, darüber sind sich zumindest die Personen, mit denen ich mich unterhalten habe, einig. Birgit Koblinger etwa beschreibt sie als “grundsätzlich einfacher und erfüllender”. Damit kleinformatige Kulturtätigkeit wirklich zu einem erfüllenden Erlebnis wird, ist sie für manche jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft. Thomas Auer vom Klangfolger etwa schätzt sie nur dann, wenn sie im Kollektiv erfolgt. Auch für Theresia Meindl und das Oktolog-Team steht das gemeinsame Arbeiten und die Abgrenzung von reiner Aufführungskunst im Zentrum: Das Kleinformat erlaubt es, die Distanz zwischen Publikum, Organisationsteam und Künstler*innen abzubauen und kollaborativ tätig zu sein. Nicht zuletzt betont Christian Bartak auch noch den inklusiven Wert kleinräumiger Kulturarbeit. Durch die enge Zusammenarbeit entstehen kleine Inseln, in denen Unterschiede existieren dürfen, diese aber nicht zu Abgrenzung führen, sondern eine Gemeinschaft entstehen lassen. Bartak schließt daraus hoffnungsvoll: „Auf kleinen Inseln hat jede*r irgendwo ein Platzerl.”</span></p>
<hr />
<p><em>Dieser Beitrag ist in kürzerer Version Anfang Oktober bereits im <a href="https://www.waschaecht.at/druckaecht">druckaecht #233</a> erschienen.</em></p>
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		<title>Man kann auch Verzicht sexy machen</title>
		<link>https://www.medienkulturhaus.at/man-kann-auch-verzicht-sexy-machen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Walter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2022 15:42:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weniger ist mehr]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
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					<description><![CDATA[Tom Hulan über Konsum und Verzicht aus der Perspektive einer Werbeagentur.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tom Hulan ist Gründer und Mitinhaber der Welser Werbeagentur Q2. Im Gespräch mit der Reduktion erzählt er von seinen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, wie gesellschaftliche Veränderungen die Arbeit in der Agentur beeinflussen und warum er positiv in die Zukunft blickt.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Welche Tätigkeiten und Aufgaben umfasst deine Arbeit als Werber?</em></p>
<p>Prinzipiell ist der Begriff Werbeagentur überholt und bei uns auch etwas verfälscht. Wir nennen uns so, weil dieser Begriff von potenziellen Kund*innen auch per Suchmaschine gesucht wird. Wir machen aber keine Werbung im klassischen Sinn, unser Schwerpunkt liegt auf dem Erscheinungsbild von Unternehmen: Markenarchitektur, Brandingstrategien, Namensentwicklung oder Arbeitgeberpositionierung. Wir gestalten von Logo und Corporate Design über digitale Tools bis hin zu Messeständen das, womit Marken beziehungsweise Unternehmen arbeiten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Aus welchen Bereichen kommen eure Kund*innen?</em></p>
<p>Wir betreuen ein breites Kundenspektrum quer durch alle Branchen – vom regionalen Einzelunternehmen bis zum globalen Player, von Fashion bis zur Industrie aus dem Agrar-, Bau- oder Kunststoffsektor. Dazu kommt das Klinikum Wels-Grieskirchen, das ist mit rund 4000 Mitarbeiter*innen der größte Arbeitgeber in der Region. Diese Großunternehmen machen etwa 70 Prozent unserer Aufträge aus. Und dann betreuen wir noch viele kleinere und Ein-Personen-Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen. Alle unsere Kund*innen haben gemeinsam, dass sie die Wertigkeit eines professionell konzipierten Außenauftritts schätzen und sich vom Mitbewerb abheben wollen. Gleiches gilt auch für unsere Mitarbeiter*innen, die mit großer Leidenschaft und Herzblut an neue Projekte herangehen und individuelle Lösungen schaffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Im Medien Kultur Haus beschäftigen wir uns im Projekt </em>Weniger ist mehr <em>mit Verzicht. Verzichten ist heute bei vielen Menschen ein Lebensmodell, immer mehr Leute misten aus, reparieren Dinge, kaufen sie gebraucht oder gar nicht. Wie stehst du persönlich zu dieser Entwicklung?</em></p>
<p>Ich komme aus einem familiären Umfeld, in dem Sparsamkeit und sorgsamer Umgang mit dem, was man hat, immer praktiziert wurde. Das habe ich mir erhalten: Wenn ich Werbung für Sonderangebote lese oder höre, dass bestimmte Kleidungsstücke im Schnitt nur 1,7 mal getragen werden, merke ich, dass ich dieses dauernden Konsums überdrüssig bin. Wir sollten einkaufen gehen, weil wir etwas brauchen, Shopping sollte aber keine Freizeitbeschäftigung sein. Viele Produkte sind einfach nur Müll von morgen.</p>
<p>Ich habe außerdem das Glück, dass ich in einer Wohnung mit einem kleinen Garten lebe, die nur drei Gehminuten von meiner Arbeit entfernt ist. Ich fahre also kaum mit dem Auto, einzig das Motorradfahren ist eine Sünde, die ich mir zugestehe. Es ist mir auch viel zu mühsam, für ein paar Tage nach Italien an den Strand zu fahren, da fühle ich mich in der näheren Umgebung viel wohler.</p>
<p>Generell verstehe ich ja, wenn manche sagen, dass der individuelle Verzicht nichts bringt, solange die Politik und andere Regionen nicht nachziehen. Trotzdem ist es meiner Meinung nach schon eher fünf nach zwölf, also müssen wir auch selbst irgendwann anfangen, etwas zu tun. Und das haben immer mehr Menschen verstanden, da bin ich Optimist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Du nimmst täglich und aus erster Hand wahr, wie Menschen in wirtschaftlichen Führungspositionen zu diesen Entwicklungen stehen. Wie werden die beschriebenen Veränderungen dort wahrgenommen?</em></p>
<p>Schon vor der aktuellen Rohstoffkrise, die mit dem Krieg in der Ukraine einhergeht, war auffällig, dass viele Unternehmen versucht haben, auf die sich immer schneller verändernden Bedingungen zu reagieren. Und das nicht nur, weil es sich finanziell auszahlt oder gesetzlich vorgeschrieben ist. Das betrifft nicht nur ökologische Fragen. Auch im Sozialen, etwa bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter*innen, müssen Unternehmen umdenken. Die Zeit, in der Chefs auf den Tisch geklopft haben und Angestellte spuren mussten, ist zumindest in Europa längst vorbei.</p>
<p>Die Wurzel allen Übels ist meines Erachtens die Börse, wo die Anleger*innen ungezügeltes Wachstum und Profite fordern. Danach richten sich Unternehmen. Wenn das nicht so wäre, könnten sie auch einmal Gewinne in echte Innovationen stecken und nicht an die Shareholder auszahlen. Ich denke, dass viele die Anliegen der Industrie und der Wirtschaft unterschätzen. Natürlich gibt es auch hier profit-getriebene Freaks. Aber: Wenn die Welt kaputt ist, können auch sie die vierzehnte Waschmaschine nicht mehr verkaufen. Auch hier arbeiten Menschen mit Kindern und Enkelkindern. Und auch denen bringt die Erbschaft nichts, wenn es 55 Grad hat. Das wird jetzt zum Common Sense.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Inwiefern beeinflusst diese Entwicklung deine Tätigkeit als Werber?</em></p>
<p>Indem wir zunächst darüber nachdenken, wie wir rein physisch sparsamer arbeiten können. Ein gutes Corporate Design kann viel Geld und Ressourcen sparen, indem ich z.B. im Print einfarbige Sujets gestalte, mit Naturkarton statt mit veredelten Materialien arbeite, mit Druckereien kooperiere, die mit wasserlöslichen Farben drucken oder bei Werbemitteln auf nachhaltige Bleistifte aus europäischem Holz statt Billigkugelschreiber aus China setze. Diese Kleinigkeiten machen in Summe viel aus. Und nebenbei kann sich der Verzicht auch noch positiv auf das Produktdesign auswirken, indem alte Gewohnheiten hinterfragt werden.</p>
<p>Wir weisen auch offen darauf hin, dass es nicht um Greenwashing geht. Es bringt nichts, sich in der Außenkommunikation das grüne Hütchen aufzusetzen. Auch das wird heute ernster genommen, als vor einigen Jahren, wo Nachhaltigkeit noch ein Schlagwort und mit der Platzierung eines Radständers vor dem Firmeneingang erledigt war. Die Kund*innen der Unternehmen merken, ob hier authentisch gearbeitet wird oder nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wir reden immer noch über Produktion und Konsum. Wie könnte man auch das Gegenteil, das Nicht-Kaufen und Nicht-Konsumieren bewerben?</em></p>
<p>Ein großer Teil des Überkonsums hat sich mit dem Aufkommen von E-Commerce entwickelt. In Onlineshops kann man rund um die Uhr einkaufen, was auch Impulskäufe extrem fördert. Die Digitalisierung ließe sich aber auch positiv nutzen &#8211; für Tauschbörsen, Gebrauchtmärkte, etc. Hier gibt es nicht so große Gewinnspannen, dem könnte aber die Politik, z.B. mit dem Aussetzen der Mehrwertsteuer auf Reparaturen, entgegenwirken. Natürlich brauchen wir immer bestimmte Produkte, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Aber was ist mit den vielen unnötigen Dingen? Zumindest die geplante Obsoleszenz, also dass Gebrauchsgegenstände nach einer gewissen Nutzungsdauer veraltet sind oder kaputt gehen, dürfte es eigentlich nicht geben.</p>
<p>Ich selbst kaufe auch gebrauchte Sachen auf Willhaben und ich fahre mein Auto solange es nur irgend geht. Das spricht zwar ein bisschen gegen das, was ich täglich mache &#8211; ich versuche ja Menschen etwas Neues auf Aug’ zu drücken <em>(lacht)</em>. Aber man kann sicher auch Verzicht sexy machen, indem man den Menschen vor Augen führt, was man mit der gewonnenen Zeit und dem ersparten Geld machen könnte. Gerade für den Tourismus ist das sicher interessant: Spar dir den Ärger beim Fliegen und geh stattdessen zu Fuß in die Steiermark! So kann Verzicht nicht nur eine Lösung für Probleme sein, sondern auch Spaß machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Du hast bereits erwähnt, dass du eher optimistisch in die Zukunft blickst. Was macht dich zuversichtlich?</em></p>
<p>Natürlich sehe auch ich die Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre in der Corona-Pandemie, die mich nicht nur positiv auf die Menschheit schauen lassen. Wenn Leute, denen es gut geht, schon wegen der Corona-Maßnahmen so aggressiv werden, will ich mir ein Blackout gar nicht vorstellen.</p>
<p>Aber wir arbeiten auch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen wie <a href="https://seisofrei.at/">Sei so frei</a> oder der <a href="https://dieooetafel.at/">OÖ Tafel</a> oder Initiativen wie <a href="https://2techance.at/">2. Chance</a> zusammen. Hier sehen wir deutlich, was auch alles möglich ist, wenn Menschen sich umeinander und das Klima kümmern. Und dass es den meisten von uns so gut geht, dass wir auch mit etwas weniger noch gut leben könnten. Diese Einsicht gibt es unter vielen Menschen und auch in den Unternehmen. Wo sie mir ein bisschen fehlt, ist in der Politik. Hier würde ich mir mehr positive Vibes, mehr Zusammenhalt wünschen. Und auch mehr Entschlossenheit in der Umsetzung von Maßnahmen wie einer Vier-Tage-Woche, gerechter Entlohnung und der Besteuerung von Konzernen.</p>
<p>Aber natürlich müssen wir auch unsere Lebensgewohnheiten in einem gewissen Maß ändern. Niemand muss jedes Wochenende hundert Kilometer an den See fahren und alle zwei Monate im Flugzeug durch halb Europa fliegen. Es wird nicht ohne Umstellung gehen. Vielleicht können die Erfahrungen der Pandemie hier als Impulsgeber dienen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Apropos Umstellung: Worauf hast du die Woche schon verzichtet?</em></p>
<p>Also ich verzichte jedenfalls wieder auf das Auto, das steht in der Tiefgarage. Da gehe ich lieber zu Fuß oder fahre mit dem Rad. In der Agentur verzichten wir komplett auf eine Klimaanlage, die zwei, drei Wochen extreme Hitze, wie sie derzeit herrscht, halten wir auch so aus. Dafür verzichte ich heute auf übertriebene Bewegung und am Abend sicher nicht auf ein Bier.</p>
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		<title>Der Körper als Waffe der Machtlosen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Walter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2022 15:06:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weniger ist mehr]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Verzicht auf Nahrung kann auch politische Motive haben: Über Hungerstreiks als Protestform.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Ob Erhaltung der Gesundheit, Sorge um das Wohl von Tieren, körperliche Selbstoptimierung oder Festigung des Glaubens: Es gibt viele gute Gründe, warum es lohnend sein kann, vorübergehend oder dauerhaft auf die Aufnahme von (bestimmten) Lebensmitteln zu verzichten. Ein selten beleuchtetes Phänomen in diesem Zusammenhang ist die Nahrungsverweigerung aus politischen Motiven. Grund genug für die Reduktion, sich dem Thema „Hungerstreik“ einmal ausführlicher zu widmen.</strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span data-syno-text="true">Beginnen wir mit der naheliegendsten Frage: Was ist eigentlich ein Hungerstreik? Forscher*innen verstehen darunter den freiwilligen Verzicht auf Nahrung mit dem Ziel, ein weitreichenderes Anliegen umzusetzen oder zumindest ein öffentliches Bewusstsein für dieses Anliegen zu schaffen. Wie der Name schon andeutet, ist ein Hungerstreik also eine Form von Protest – bekannt wurde etwa der Fall der Aktivistin Martha Krumpeck, die im Sommer 2021 über fünf Wochen lang am Wiener Heldenplatz öffentlich hungerte, um gegen die Zerstörung der Umwelt zu demonstrieren.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie sind Hungerstreiks entstanden?</strong></p>
<p><span data-syno-text="true">Spannend ist in diesem Zusammenhang auch ein Blick in die Geschichte. Wie der Historiker Maximilian Buschmann</span> <span data-syno-text="true"><a class=" syno-o-doc-pm-mark-link" href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/216235/hungerstreiks/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>darlegt</u></a></span><span data-syno-text="true">, konnte sich der Hungerstreik als Protestform erst entwickeln, als eine ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln um 1900 in den Gesellschaften Europas</span></p>
<ol start="1" data-syno-attrs="{&quot;id&quot;:&quot;beThFOInpR&quot;,&quot;configs&quot;:[{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;decimal&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%1.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerLetter&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%2.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerRoman&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%3.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;decimal&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%4.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerLetter&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%5.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerRoman&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%6.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;decimal&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%7.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerLetter&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%8.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]},{&quot;start&quot;:1,&quot;format&quot;:&quot;lowerRoman&quot;,&quot;text&quot;:&quot;%9.&quot;,&quot;align&quot;:&quot;left&quot;,&quot;marks&quot;:[]}]}">
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</li>
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</li>
</ol>
<p><span data-syno-text="true">Besonders dort, wo der Staat unmittelbar für die Ernährung seiner Schutzbefohlenen zuständig war, entwickelten sich dann auch die ersten Praktiken von Hungerstreiks: in Gefängnissen. Bekannt ist etwa das Beispiel der Sozialrevolutionäre in Russland und Indien bzw. Irland, die durch den Nahrungsverzicht ihrer sozialistischen bzw. republikanischen Agenda aus der Gefangenschaft heraus Nachdruck verleihen wollten. Oder auch jenes der britischen Suffragetten, die sich auch im Gefängnis noch mittels Hungerstreiks für das Frauenwahlrecht stark machten.</span></p>
<p><span data-syno-text="true">In den 1960er Jahren kam es dann zu einer Erweiterung des Anwendungsbereichs von Hungerstreiks. Nicht mehr bloß (aber immer auch noch) politische Gefangene nutzten den Nahrungsverzicht für die Durchsetzung politischer Ziele. Als Form des gewaltfreien Protests etablierte sich der Hungerstreik auch abseits der Gefängnisse</span><span data-syno-text="true"> und findet seither bei vielen Anliegen in den Bereichen Menschenrechte, </span><span data-syno-text="true">soziale Ungleichheit, </span><span data-syno-text="true">Arbeitsbedingungen, Migration und Asyl <a href="https://www.academia.edu/11802762/Starving_for_change_The_hunger_strike_and_nonviolent_action_1906_2004">Anwendung</a>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;value&quot;:&quot;11pt&quot;,&quot;_&quot;:&quot;font_size&quot;},{&quot;value&quot;:&quot;Arial&quot;,&quot;_&quot;:&quot;font_family&quot;},{&quot;value&quot;:false,&quot;_&quot;:&quot;em&quot;},{&quot;_&quot;:&quot;strong&quot;},{&quot;value&quot;:&quot;#000000&quot;,&quot;_&quot;:&quot;color&quot;},{&quot;value&quot;:&quot;transparent&quot;,&quot;_&quot;:&quot;background_color&quot;},{&quot;value&quot;:false,&quot;_&quot;:&quot;superscript&quot;},{&quot;value&quot;:false,&quot;_&quot;:&quot;subscript&quot;},{&quot;value&quot;:false,&quot;_&quot;:&quot;underline&quot;},{&quot;value&quot;:false,&quot;_&quot;:&quot;strike&quot;}]}"><strong>Wie funktioniert ein Hungerstreik?</strong></p>
<p><span data-syno-text="true">Der Verzicht auf Nahrung folgt meist einem einfachen Prinzip: Wer nichts außer dem eigenen Körper besitzt, dem bleibt Hungerstreik oft als einzige Option des Kampfes um Anerkennung als politisches Subjekt. Der Protestforscher und Soziologe Peter Ullrich formuliert es</span> <span data-syno-text="true"><a class=" syno-o-doc-pm-mark-link" href="https://protestinstitut.eu/warum-fluchtlinge-protestieren/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>in einem Interview</u></a></span><span data-syno-text="true"> folgendermaßen: </span></p>
<blockquote><p><em>„Es ist die Selbstermächtigung von Menschen, die in der gesellschaftlichen Macht- und Wohlstandspyramide ganz unten stehen, mit den geringsten Beteiligungschancen und den größten Restriktionen.“</em></p></blockquote>
<p><span data-syno-text="true">Besonders geflüchtete Menschen, also Bevölkerungsgruppen mit stark eingeschränkten Rechten, verwendeten in den vergangenen Jahren Nahrungsverzicht als Protestform. Der Hungerstreik ist dann meist ein Akt der Verzweiflung, ein letzter Strohhalm auf dem Spektrum der politischen Handlungsoptionen. Wer nicht wählen darf und keine Unterschriftenaktion starten kann, hört auf zu essen und &#8211; im Falle eines so genannten „trockenen Hungerstreiks“ &#8211; auch zu trinken, was die Bedrohung des eigenen Körpers noch einmal akuter macht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was bewirken Hungerstreiks?</strong></p>
<p><span data-syno-text="true">Über die Effektivität von Hungerstreiks Aussagen zu treffen ist schwierig. Wovon auszugehen ist: Der Versuch der „Erpressung der Mächtigen durch die Unterdrückten“ funktioniert nur, wenn auf Seiten ersterer zumindest ein Mindestmaß an Humanität vorhanden ist. Es darf den Mächtigen kurz gesagt nicht egal sein, wenn Menschen sterben. Polemisch formuliert könnte man sagen: Es ist genau deshalb, dass Hungerstreiks nur selten erfolgreich sind. Oft reagieren die adressierten Institutionen und Behörden nämlich einfach nicht, und die Streiks werden beendet. So geschehen auch beim letzten Streik der bereits erwähnten Martha Krumpeck, die im März dieses Jahres bei ihrem Protest gegen den Bau der Wiener Stadtautobahn vor der SPÖ-Parteizentrale kollabierte und daraufhin ihren Hungerstreik abbrach.</span></p>
<p><span data-syno-text="true">Außerdem ist es in Österreich zumindest im Rahmen des Strafvollzugs erlaubt, Menschen im Hungerstreik „nach Anordnung und unter Aufsicht des Arztes zwangsweise zu ernähren“ (</span><span data-syno-text="true"><a class=" syno-o-doc-pm-mark-link" href="https://www.jusline.at/gesetz/stvg/paragraf/69" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>§69 Abs.2 Strafvollzugsgesetz</u></a></span><span data-syno-text="true">). Ob diese Regelung auch für Schubhäftlinge gelten könne, wurde im Jahr 2005 im Rahmen einer Änderung des Fremdenpolizeigesetzes medial aufgeregt diskutiert, von Jurist*innen jedoch verneint. Und auch im Strafvollzug wurde die Möglichkeit zeit ihres Bestehens noch nie umgesetzt.</span></p>
<p><span data-syno-text="true">Effektiv sind Hungerstreiks also eher nicht durch die Erreichung ihres unmittelbaren Ziels, sondern durch die Generierung von Aufmerksamkeit für die eigene Sache. Eine umfassende mediale Debatte des Anliegens von Hungerstreikenden kann so als „Erfolg“ gewertet werden. Das wissen auch jene zivilgesellschaftlichen Organisationen, die die Bedürfnisse der Streikenden unterstützen – sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit für die Anliegen herzustellen. Doch sie wissen dabei genau: </span><span data-syno-text="true">In Hungerstreiks geht es um das Leben von Menschen, d</span><span data-syno-text="true">as Riskieren der Gesundheit von Betroffen ist alles andere als ein „Stilmittel“. Denn an erster Stelle steht immer die körperliche und seelische Unversehrtheit jener Personen, die ohnehin kaum Rechte und Möglichkeiten besitzen.</span></p>
<hr />
<hr />
<p><strong>Einige Beispiele für Hungerstreiks in der Geschichte – wer, wie und warum?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;_&quot;:&quot;font_size&quot;,&quot;value&quot;:&quot;12pt&quot;}]}"><span data-syno-text="true"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-7904 alignright" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/mahatma-gandhi-circa-1940-42156c-1024-236x300.jpg" alt="" width="116" height="147" srcset="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/mahatma-gandhi-circa-1940-42156c-1024-236x300.jpg 236w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/mahatma-gandhi-circa-1940-42156c-1024-768x975.jpg 768w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/mahatma-gandhi-circa-1940-42156c-1024-558x708.jpg 558w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/mahatma-gandhi-circa-1940-42156c-1024-655x831.jpg 655w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/mahatma-gandhi-circa-1940-42156c-1024.jpg 807w" sizes="auto, (max-width: 116px) 100vw, 116px" /></span></p>
<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;_&quot;:&quot;font_size&quot;,&quot;value&quot;:&quot;12pt&quot;}]}"><span data-syno-text="true">Mahatma Gandhi, die Ikone des gewaltlosen Protests, trat insgesamt 18 mal in Hungerstreik. Sein Anliegen war es meist, gegen den Konflikt zwischen Hindus und Muslimen zu protestieren. Manchmal ging es ihm aber auch um die Unterstützung streikender Arbeiter oder um Kritik am indischen Kastensystem. Je populärer Gandhi wurde, desto mehr Gewicht hatten seine Streiks: Niemand wollte sich zu Schulde kommen lassen, die „große Seele“ in den Hungertod getrieben zu haben. Sein längster Streik dauerte 21 Tage.</span></p>
<hr />
<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;_&quot;:&quot;em&quot;,&quot;value&quot;:false}]}"><span data-syno-text="true"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-7905 alignleft" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/Irom_sharmila-249x300.jpg" alt="" width="130" height="157" srcset="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/Irom_sharmila-249x300.jpg 249w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/Irom_sharmila.jpg 401w" sizes="auto, (max-width: 130px) 100vw, 130px" /></span></p>
<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;_&quot;:&quot;em&quot;,&quot;value&quot;:false}]}"><span data-syno-text="true">Als ihr Vorbild bezeichnet ihn</span> <span data-syno-text="true">Irom Chanu Sharmila. Die Inderin nahm 16 Jahre keine feste Nahrung zu sich, um gegen ein Gesetz in ihrem Heimatbundesstaat Munsipur zu protestieren, das es den dortigen Sicherheitskräften erlaubte, vermeintliche Separatist*innen ohne Verfahren zu töten. Da in Indien ein Hungerstreik als Selbstmordversuch gilt, wurde sie festgenommen und zwangsernährt. Für ihre Standhaftigkeit bekam sie den Spitznamen „Eiserne Lady“. Als sie merkte, dass sich trotz ihres Martyriums nichts änderte, beschloss sie, in die Politik zu wechseln.</span></p>
<hr />
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-7906" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/holgermeins-214x300.jpg" alt="" width="86" height="120" srcset="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/holgermeins-214x300.jpg 214w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/holgermeins.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 86px) 100vw, 86px" /></p>
<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;_&quot;:&quot;em&quot;,&quot;value&quot;:false},{&quot;_&quot;:&quot;strong&quot;,&quot;value&quot;:false}]}"><span data-syno-text="true">Weniger glimpflich ging es für den RAF-Terroristen Holger Meins aus. Um bessere</span> Haftbedingungen zu erreichen und den Status als Kriegsgefangener zu erhalten, begab er sich mit seinen Mitgefangenen drei Mal in Hungerstreik. Abgemagert auf 39 Kilo und ohne Arzt, verstarb Meins schlussendlich am 8. November 1974.</p>
<hr />
<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;value&quot;:&quot;11pt&quot;,&quot;_&quot;:&quot;font_size&quot;},{&quot;value&quot;:&quot;sans-serif&quot;,&quot;_&quot;:&quot;font_family&quot;},{&quot;value&quot;:false,&quot;_&quot;:&quot;em&quot;},{&quot;value&quot;:false,&quot;_&quot;:&quot;strong&quot;},{&quot;value&quot;:&quot;#000e1a&quot;,&quot;_&quot;:&quot;color&quot;}]}"><span data-syno-text="true">Ein zentrales Mittel zu Durchsetzung politischer Forderungen ist der Hungerstreik auch unter <strong>geflüchteten Menschen</strong>. Mangels alternativer rechtlicher Möglichkeiten nutzen Asylwerber*innen den Nahrungsverzicht dazu, staatliche Institutionen zu zwingen, Geflüchtete als politische Subjekte anzuerkennen. Zuletzt traten etwa im Juni in London Asylwerber*innen in den Hungerstreik, als diese aufgrund einer fragwürdigen Vereinbarung zwischen den Regierungen von Großbritannien und Ruanda in den ostafrikanischen Staat abgeschoben werden sollten.</span></p>
<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;_&quot;:&quot;em&quot;,&quot;value&quot;:false},{&quot;_&quot;:&quot;strong&quot;,&quot;value&quot;:false}]}"><span data-syno-inline="true"><br />
</span><span data-syno-text="true">In den letzten Jahren nutzen vermehrt <strong>Umweltschützer*innen</strong> Hungerstreiks, um Aufmerksamkeit für den Klimawandel zu generieren. Im Vorfeld der Bundestagswahl in Deutschland 2021 veranstalteten Aktivist*innen einen „Hungerstreik der letzten Generation“ im Berliner Regierungsviertel. Ziel war es, öffentliche Gespräche mit Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet zu initiieren und die Einberufung eines Bürger*innenrats zum Thema Klimakrise zu erreichen. Die Politiker*innen ließen sich nicht darauf ein, versuchten jedoch, die Aktivist*innen mit faulen Kompromissvorschlägen (ein Vertrösten auf die Zeit nach der Wahl gehörte oft dazu) zum Aufhören zu bewegen.</span></p>
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			</item>
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		<title>Warum, wer, wie verzichten?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Walter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jun 2022 09:51:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weniger ist mehr]]></category>
		<category><![CDATA[Einführung]]></category>
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					<description><![CDATA[Was bringt es wem, wenn wer worauf verzichtet? Eine Spurensuche.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Wissenschaftler*innen, Journalist*innen, Künstler*innen, Aktivist*innen: Viele kluge Menschen beschäftigen sich tagtäglich mit Verzicht. Doch was bringt es wem, wenn wer worauf verzichtet? Eine Spurensuche.</strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Das Fragen und der Fortschritt</em></p>
<p>Im Alter von ungefähr vier Jahren haben Kinder schon einen umfangreichen Wortschatz. Sie wissen, wie Menschen, Gegenstände oder Tätigkeiten bezeichnet werden und können eigenständig Gespräche führen. Was Kindern in diesem Alter jedoch viel spannender finden als sich zu unterhalten, ist das Fragenstellen. Nach jeder Feststellung, jeder Erklärung und jeder Aufforderung von Erwachsenen folgen unausweichlich die Lieblingswörter der Generation „Loch in den Bauch“: Warum? Wer? Wie? Wo? Wann?</p>
<p>Was bezwecken Kinder mit der ganzen Fragerei? Einerseits wollen sie möglichst viel über die Welt lernen, die sie umgibt. Schließlich müssen sie ja noch ziemlich lange darin klar kommen. Zum anderen hat das dauernde Gefrage auch mit Trotz zu tun: Kinder stellen die Kompetenzen der Erwachsenen und damit allgemein die bestehenden Verhältnisse infrage. Man könnte auch sagen: Fragen ist sowohl ein Akt der Neugier als auch des Widerstands. Sein Ziel ist es, Hintergründe zu erfahren und Dinge nicht zu akzeptieren, nur weil sie jemand behauptet. Fragen heißt, sich nach Weiterentwicklung zu sehnen und den Stillstand abzulehnen.</p>
<p>Wenn wir uns ausführlicher mit einem Thema beschäftigen wollen, müssen zu Beginn immer die zentralen Fragen stehen: Warum sollten wir überhaupt verzichten? Wer soll verzichten? Und worauf? Was bringt das? Wem bringt es etwas? Und wo führt uns das alles hin?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>„Standing on the shoulders of giants“</em></p>
<p>Mit diesen Fragen haben sich schon viele kluge Köpfe befasst. Ich will hier einige Überlegungen anführen, die Menschen mit verschiedenen Hintergründen und aus unterschiedlichen Disziplinen angestellt haben. Den Überlegungen ist gemein, dass sie das Ziel verfolgen, einen oder mehrere <strong>Schritte in Richtung eines besseren Lebens für alle</strong> zu machen.</p>
<p>Die Überlegungen sind meistens in Büchern niedergeschrieben worden, oft reden die Autor*innen auch in Podcasts und Videoaufzeichnungen über ihre Gedanken. Ich werde versuchen, alles Interessante hier zu verlinken. All das ist eine Einladung an euch, liebe Leser*innen, sich mit der aktuellen Verfasstheit der Welt und der eigenen Position in ihr zu beschäftigen. Dazu stellen wir uns auf die Schultern von Ries*innen. Um mehr über die Hintergründe zu erfahren. Und um selbst Einfluss auf unser Schicksal nehmen zu können.</p>
<p>Die Einträge hier werden laufend ergänzt. Wenn ihr selbst ein Buch gelesen oder einen Film gesehen habt, der sich mit Verzicht beschäftigt, meldet euch bei uns. Wir nehmen eure Ideen gerne in unseren Blog auf.</p>
<hr />
<p><strong><em>Hartmut Rosa: Unverfügbarkeit, Suhrkamp 2020, 130 Seiten</em></strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7693 alignleft" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/05/unverfuegbarkeit_9783518471005_cover-186x300.jpg" alt="" width="231" height="372" srcset="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/05/unverfuegbarkeit_9783518471005_cover-186x300.jpg 186w, https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/05/unverfuegbarkeit_9783518471005_cover.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px" /></p>
<p>Hartmut Rosa ist einer der führenden zeitgenössischen Soziolog*innen im deutschsprachigen Raum. Er arbeitet als Uni-Professor in Jena, stammt aber ursprünglich aus dem Schwarzwald. Seine Bücher sind im Tonfall und den verwendeten Fachbegriffen sehr wissenschaftlich gehalten, „Unverfügbarkeit“ ist aber in gewissem Sinn eine Ausnahme und auch für Menschen gut verständlich, die sich sonst eher nicht mit akademischen Texten befassen.</p>
<p><em>Was schreibt Hartmut Rosa zum Thema Verzicht? </em></p>
<p>Für den Soziologen hat unser ständiges Streben nach Mehr (er nennt das unser “aggressives Weltverhältnis”) mittlerweile in vielen Bereichen zu einer Überlastung, einem Zuviel geführt. Durch die ständige Verfügbarkeit von nahezu allem entzieht sich uns die Welt zusehends. Wir können sie nicht mehr greifbar machen, nicht mehr mit ihr in Beziehung treten. Unser Resonanzverhältnis – so bezeichnet er bedeutungsvolle Beziehungen des Menschen zur Welt – ist verstummt.</p>
<p>Der Weg zu einem neuen Resonanzverhältnis führt für Rosa über den Verzicht. In seinen Worten braucht es dazu eine “Halbverfügbarkeit” – eine Form der Unverfügbarkeit, die aber ein Aufeinanderbezogensein zulässt (er macht einen theologischen Vergleich: Gott ist für den Menschen nicht verfügbar, aber durch Gebet erreichbar).</p>
<p><em>Wo kann ich mehr erfahren?</em></p>
<p>Einen gut verständlichen und eher knapp gehaltenen Einblick in Rosas Denken gibt das Interview, das Diana Lindner im Rahmen der Thüringer Literaturtage 2020 geführt hat.</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Noch mehr über Erschöpfung und Verzicht erfährt man in der exzellent aufbereiteten Buchbesprechung von „Unverfügbarkeit“ im Podcast <em>In trockenen Büchern</em> von Alexandra Tobor.</p>
<p><iframe tabindex="0" title="Podlove Web Player: In trockenen Büchern - ITB022 Unverfügbarkeit" src="https://in-trockenen-buechern.de/wp-content/plugins/podlove-web-player/web-player/share.html?config=https%3A%2F%2Fin-trockenen-buechern.de%2Fwp-json%2Fpodlove-web-player%2Fshortcode%2Fconfig%2Fdefault%2Ftheme%2Fdefault&amp;episode=https%3A%2F%2Fin-trockenen-buechern.de%2Fwp-json%2Fpodlove-web-player%2Fshortcode%2Fpublisher%2F486" height="200" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<hr />
<p><strong><em>Maja Göpel / Eva von Redecker: Schöpfen und Erschöpfen, Matthes &amp; Seitz 2022, 78 Seiten</em></strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7693 alignleft" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/06/schoepfen.jpg" alt="" width="231" height="372" /></p>
<p>Zwei der renommiertesten zeitgenössischen Denkerinnen treten in diesem Buch in Dialog. Maja Göpel ist Transformationsforscherin und hat sich vor allem als Rednerin einen Namen gemacht. Als Mitglied des Club of Rome, eines der wichtigsten Expert*innengremien für nachhaltiges Denken, beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen und wurde durch ihr Buch &#8222;Unsere Welt neu entdecken&#8220; im Jahr 2020 einem breiteren Publikum bekannt. Eva von Redecker ist Philosophin und forscht aus kritisch-feministischer Perspektive über sozial-ökologischen Wandel. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie wir angesichts der einschneidenden Veränderungen in Gesellschaft und Umwelt als Menschen trotzdem handlungsfähig bleiben können. Auch sie hat 2020 durch ihr Buch &#8222;Revolution für das Leben&#8220; größere Bekanntheit erlangt. Die Stärke des hier vorgestellten Werks &#8222;Schöpfen und Erschöpfen&#8220; liegt darin, dass sich darin auf wenigen Seiten die zentralen Gedanken der Autorinnen zusammengefasst wiederfinden.</p>
<p><em>Was schreiben Maja Göpel und Eva von Redecker zum Thema Verzicht?</em></p>
<p>Bereits in &#8222;Revolution für das Leben&#8220; schreibt Eva von Redecker, dass sich die Welt in einem Zustand ökologischer und sozialer Erschöpfung befinde. Das vor allem aufgrund der in der Wirtschaft vorherrschenden Sichtweise, dass nur Wachstum dauerhaft zu mehr Wohlstand führen kann. Beide Autorinnen sind sich einig, dass diese Sichtweise heute als widerlegt angesehen werden kann. Statt einer Orientierung an Wachstum und Profit schlagen sie deshalb vor, sich auf einen sorgsamen Umgang mit Mensch und Umwelt zu fokussieren. Dazu gehört das gemeinsame Nutzen von Gütern genauso, wie der sparsame Umgang mit wertvollen Ressourcen oder die Solidarität mit jenen, die in anderen Teilen der Welt Kriegen und Armut ausgesetzt sind.</p>
<p>Obwohl beide Autorinnen wohl nicht den Begriff Verzicht in den Mund nehmen würden, schwingt dieser doch immer wieder implizit mit. Sie suchen die Lösung der bestehenden Probleme weniger auf individueller als auf systemischer Ebene, der Staat ist für die Reduktion des Schlechten und die Vermehrung des Guten zuständig. Umverteilung ist hier für beide, trotz unterschiedlicher Zugänge, ein relevantes Stichwort.</p>
<p><em>Wo kann ich mehr erfahren?</em></p>
<p>Eine Version des Buches ist auch als Video und Podcast erschienen, diesen gibt es hier zu sehen oder hören:</p>
<p><span class="image-placeholder video video-vimeo" style="padding-bottom:56.25000000%;background-color:#eeeeee"><iframe loading="lazy" src="https://player.vimeo.com/video/551503114?title=0&#038;byline=0&#038;portrait=0&#038;width=560&#038;height=315" width="560" height="315" frameborder="0" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen></iframe></span></p>
<p><script class="podigee-podcast-player" src="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" data-configuration="https://burningfutures.podigee.io/10-future-ecologies-regenerieren-statt-erschoepfen/embed?context=external"></script></p>
<hr />
<p><strong><em>Harald Welzer: Nachruf auf mich selbst, S. Fischer 2021, 288 Seiten</em></strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7693 alignleft" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/06/welzer_nachruf-195x300.jpg" alt="" width="231" height="372" />Harald Welzer ist habilitierter Sozialpsychologe und Soziologe. Heute ist er vor allem publizistisch tätig und Dauergast in den diversesten Talkshows, Podcasts und Feuilletons. Der Gründer der Denkfabrik <a href="https://futurzwei.org/">Futurzwei</a>, die sich der Bekanntmachung alternativer Lebens- und Wirtschaftsformen verschrieben hat, ist einer der öffentlichkeitswirksamsten wissenschaftlichen Kommentator*innen Deutschlands und fällt dabei auch immer wieder mit streitbaren Positionen auf – zuletzt sprach er sich etwa vehement gegen Waffenlieferungen in die Ukraine aus.</p>
<p><em>Was schreibt Harald Welzer zum Thema Verzicht?</em></p>
<p>Harald Welzer nähert sich dem Thema Verzicht in seinem Buch über den Begriff des Aufhörens. Eine Erfahrung existenzieller Bedrohung – Welzer wäre im April 2020 beinahe einem Herzinfarkt erlegen – führt ihn zu der Überlegung, dass die zeitgenössische westliche Kultur mit ihrem Fokus auf Leistung und Wachstum kein Konzept des Aufhörens entwickelt hat. Das liege vor allem daran, dass wir sowohl auf der gesellschaftlichen als auch auf der individuellen Ebene keinen Begriff von Endlichkeit haben. Wir verdrängen, dass natürliche Ressourcen irgendwann zu Ende gehen genauso, wie wir die allgegenwärtige Möglichkeit des eigenen Todes ignorieren. Das führt dazu, dass wir mit „Endlichkeitsproblemen“ wie dem Klimawandel oder dem Artensterben nicht adäquat umgehen können und uns lieber nach technischen Lösungen umsehen, als es einfach einmal „gut sein zu lassen“.</p>
<p>Wahre Lösungen für diese Probleme sieht Welzer nicht in der Bewusstseinsbildung – wir sind uns der Notwendigkeit für Veränderung sehr wohl bewusst. Wir bräuchten auch keine neuen Zielsetzungen, denn: „Das Setzen des Ziels blockiert den Weg dahin.“ Das sähe man etwa in der Klimadebatte, wo die Ziele schon als Erreichtes gelten und quasi als Entschuldigung für die Untätigkeit herhalten müssen. Was wir seiner Meinung nach jedoch ändern müssen, ist unsere Praxis – und zwar in ihrer Dringlichkeit und in ihrer Form. Aufhören müsse in der Gegenwart stattfinden (und nicht in der Zukunft, wie man es bei Zielen tun würde). Und es müsse konkret und lustvoll werden, sich nicht in Alarmismus ergehen, sondern etwas emotional Erstrebenswertes und sozial Bindendes darstellen. Sonst habe es keine Chance gegen die Glücksversprechungen des stetigen und grenzenlosen Konsums.</p>
<p><em>Wo kann ich mehr erfahren?</em></p>
<p>Harald Welzer im Gespräch mit Barbara Bleisch in der Sternstunde Philosophie auf SRF Kultur:</p>
<div class="epyt-video-wrapper"><iframe loading="lazy"  id="_ytid_23523"  width="945" height="532"  data-origwidth="945" data-origheight="532" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/9lh0YuuGroo?enablejsapi=1&autoplay=0&cc_load_policy=0&cc_lang_pref=&iv_load_policy=1&loop=0&rel=1&fs=1&playsinline=0&autohide=2&theme=dark&color=red&controls=1&disablekb=0&" class="__youtube_prefs__  no-lazyload" title="YouTube player"  allow="fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen data-no-lazy="1" data-skipgform_ajax_framebjll=""></iframe></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Gespräch mit Pepe Egger im derFreitag-Podcast:</p>
<p><script class="podigee-podcast-player" src="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" data-configuration="https://der-freitag-podcast.podigee.io/62-harald-welzer-uber-das-aufhoren-im-kapitalismus/embed?context=external"></script></p>
<hr />
<p><strong><em>Isabella Uhl-Hädicke: Warum machen wir es nicht einfach?, Molden 2022, 176 Seiten</em></strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7693 alignleft" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/07/Uhl-Haedicke_Warum-machen-wir-es-nicht-einfach-scaled.jpg" alt="" width="231" height="372" />Viele kennen Isabella Uhl-Hädicke aus dem Fernsehen. Die an der Universität Salzburg tätige Umweltpsychologin tritt immer wieder in populären TV-Formaten (etwa in der Sendung <em>Studio 2</em> im ORF) auf, um dort die Erkenntnisse aus ihrer eigenen Forschung einer breiten Bevölkerung bekannt zu machen. Diese Forschung dreht sich vor allem um die Förderung von klimafreundlichem Verhalten – Uhl-Hädicke will verstehen, warum Menschen (nicht) im Sinne des Wohles von Umwelt und Klima agieren und wodurch ein solches Handeln gefördert werden kann. Neben der Forschung und Wissenschaftskommunikation ist Isabella Uhl-Hädicke außerdem noch Vorstandsmitglied des Klimaforschungsnetzwerks <a href="https://ccca.ac.at/">CCCA</a>, Teil des Kernteams der Nachhaltigkeitsinitiative der Paris Lodron Universität Salzburg <a href="https://www.plus.ac.at/plus-green-campus/herzlich-willkommen/">PLUS Green Campus</a> und Mitglied des <a href="https://klimarat.org/">wissenschaftlichen Beirats des Klimarats</a> des Bundesministeriums für Klimaschutz.</p>
<p><em>Was schreibt Isabella Uhl-Hädicke zum Thema Verzicht?</em></p>
<p>Obwohl die Autorin in ihrem Buch <em>Warum machen wir es nicht einfach?</em> den Begriff des Verzichts weitgehend umschifft, ist klar, dass das „klimafreundliche Verhalten“, das sie anspricht, ganz oft mit Verzicht zu tun hat. So finden sich schon im Pressetext zum Buch diverse Beispiele, die Umweltfreundlichkeit ganz klar mit Reduktion verknüpfen: Weniger Fleisch essen, weniger Fernreisen, mehr mit Öffis (also weniger mit dem Auto) fahren.</p>
<p>Als Umweltpsychologin sucht Uhl-Hädicke also vor allem Erklärungen dafür, warum wir uns mit dem Verzichten so schwer tun, obwohl wir eigentlich wissen, dass es notwendig ist. Dieser so genannte „Mind-Behaviour-Gap“, also die Lücke zwischen Wissen und Handeln, wird umso kleiner (und klimafreundliches Verhalten also umso wahrscheinlicher), wenn</p>
<ul>
<li>wir von der Wirksamkeit ihrer Handlungen überzeugt sind,</li>
<li>uns die Auswirkungen des Klimawandels relevant und lebensnah erscheinen,</li>
<li>uns die Umwelt und unsere Mitmenschen wichtig sind,</li>
<li>sich Menschen in unserem Umfeld auch klimafreundlich Verhalten.</li>
</ul>
<p>Mit Drohszenarien und finanziellen Anreizen ist klimafreundliches Verhalten dagegen eher nicht zu festigen. Ganz im Gegenteil lösen Horrormeldungen über nicht erreichte Klimaziele und Extremwetterereignisse eher ein Gefühl von Hilflosigkeit aus, das einem entsprechenden Verhalten entgegensteht.</p>
<p>Wie kann es also konkret zu Verhaltensänderungen kommen? Auch dazu finden sich im Buch Hinweise, etwa das Erzählen von Erfolgsgeschichten, wie wir es mit den &#8222;Geschichten vom Verzichten&#8220; auch im Projekt <em>Weniger ist mehr</em> versuchen. Und es gibt noch weitere Tipps, aber alles wollen wir hier auch noch nicht verraten&#8230; 🙂</p>
<p><em>Wo kann ich mehr erfahren?</em></p>
<p>Isabella Uhl-Hädicke hat Ende Februar vor den Mitgliedern des Klimarats ihre wichtigsten Erkenntnisse präsentiert:</p>
<div class="epyt-video-wrapper"><iframe loading="lazy"  id="_ytid_72304"  width="945" height="532"  data-origwidth="945" data-origheight="532" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/a3JCXma64hc?enablejsapi=1&autoplay=0&cc_load_policy=0&cc_lang_pref=&iv_load_policy=1&loop=0&rel=1&fs=1&playsinline=0&autohide=2&theme=dark&color=red&controls=1&disablekb=0&" class="__youtube_prefs__  no-lazyload" title="YouTube player"  allow="fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen data-no-lazy="1" data-skipgform_ajax_framebjll=""></iframe></div>
<p>Gemeinsam mit ihrem Kollegen, dem Meteorologen Marcus Wadsak, hat sie auch im Podcast „fair&amp;female“ der Kleinen Zeitung über ihre Ansätze zum Thema gesprochen:</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://player.simplecast.com/243197de-4e1e-4bf2-804a-176605ffb7da?dark=false" width="100%" height="200px" frameborder="no" scrolling="no" seamless=""></iframe></p>
<hr />
<p><b><i>Jason Hickel: Weniger ist mehr. Warum der Kapitalismus den Planeten zerstört und wir ohne Wachstum glücklicher sind, oekom 2022, 352 Seiten</i></b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7693 alignleft" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/08/jasonhickel-1.jpg" alt="" width="231" height="372" />Jason Hickel ist Wirtschaftsanthropologe und arbeitet derzeit als Professor am Institut für Umweltwissenschaften und -technologie an der Autonomen Universität Barcelona. Seine Forschungsschwerpunkte sind globale Ungleichheit, politische Ökonomie, Post-Entwicklung und ökologische Ökonomie, die auch Gegenstand seiner beiden jüngsten Bücher sind (neben dem hier beschriebenen erschien 2018 auch <a href="https://www.dtv.de/buch/die-tyrannei-des-wachstums-43373"><span style="font-weight: 400;">Die Tyrannei des Wachstums</span></a><span style="font-weight: 400;">). Hickels Schreibweise ist wissenschaftlich, aber klar und im Buch deutlich auf die Vermittlung an ein breiteres interessiertes Publikum ausgelegt.</span></p>
<p><i>Was schreibt Jason Hickel zum Thema Verzicht?</i></p>
<p>In seinem Buch widmet sich Jason Hickel ganz zentral dem “Wachstumismus” (im Original “growthism”) als der ideologischen Grundlage gegenwärtigen Wirtschaftens. Er zeigt auf, dass der Fokus auf ständiges Wachstum und Profite für Menschen und Natur fatal ist und möchte seinen Leser*innen eine alternative Denkweise näherbringen. Diese Alternative bezieht sich auf Reduktion und Verzicht, in der Verantwortung dafür sieht er aber nicht die einzelnen Menschen, sondern die politischen Entscheidungsträger*innen.</p>
<p>Zusammengefasst lautet seine Analyse folgendermaßen: Die vorherrschende Meinung in der Wirtschaft ist derzeit, dass alle Wirtschaftssektoren ständig wachsen müssen, unabhängig davon, ob wir sie tatsächlich brauchen oder nicht. Dies ist jedoch eine sozial und ökologisch irrationale Art, eine Wirtschaft zu führen. Sie tötet den Planeten und schafft ein hohes Maß an Ungleichheit innerhalb und zwischen Nationen und Weltregionen. Unter den Auswirkungen des immensen Ressourcenverbrauchs seit Anbruch der Industrialisierung und den damit einhergehenden Klimaveränderungen leiden vor allem die Länder des Globalen Südens (besonders in Form von Extremwetterereignissen wie Dürren und Flutkatastrophen). Die Länder des Globalen Nordens &#8211; besonders die USA, China, Russland, Deutschland und Großbritannien &#8211; sind zum überwiegenden Teil für diese Katastrophen verantwortlich. Es braucht also eine Veränderung in der Bewertung des “Wachstumismus” vor allem in den reichen Industriestaaten.</p>
<p>Das Schlagwort dazu heißt “Degrowth”: Degrowth ist eine geplante Verringerung des Ressourcen- und Energieverbrauchs in Industrieländern, um die Wirtschaft auf sichere, gerechte und ausgewogene Weise wieder in Einklang mit den Menschen und der Natur zu bringen. Die Industrieländer brauchen kein weiteres Wachstum, um ein hohes Maß an Wohlstand für alle zu erreichen. Stattdessen sollten wir darüber nachdenken, welche Teile der Wirtschaft wir tatsächlich ausbauen wollen (öffentliches Gesundheitswesen, erneuerbare Energien, öffentliche Verkehrsmittel, Bildung, erschwinglicher Wohnraum) und welche Teile eindeutig destruktiv sind und abgebaut werden müssen (Rüstungsindustrie, Privatjets, Fast Fashion, Industriefleisch, Werbung).</p>
<p>Warum machen wir das nicht schon längst? Wegen des Schreckgespenstes der Arbeitslosigkeit. Wenn wir die Wirtschaft zurückfahren, wird es weniger Arbeitsplätze geben. Wir stellen uns nur hinter die Wachstumsagenda, weil wir alle Arbeitsplätze brauchen, um zu überleben.</p>
<p>Was ist die Antwort?</p>
<ol>
<li style="font-weight: 400;" aria-level="1"><b>Verkürzung der Wochenarbeitszeit</b><span style="font-weight: 400;"> und </span><b>gleichmäßigere Verteilung der notwendigen Arbeit</b><span style="font-weight: 400;">. Wir brauchen nicht mehr Jobs, wir brauchen nur eine bessere Verteilung der Arbeit. Die Verkürzung der Arbeitszeit wirkt sich erwiesenermaßen auch positiv auf Gesundheit, Glück und Wohlbefinden von Menschen aus.</span></li>
<li style="font-weight: 400;" aria-level="1"><b>Verringerung der Ungleichheit</b><span style="font-weight: 400;">: Oft wird gesagt, dass Wachstum notwendig sei, um die Einkommen der Menschen zu erhöhen und damit ihre Lebensqualität zu verbessern. Aber in reichen Ländern gibt es eben kein Defizit von Einkommen und Vermögen, das Problem ist wie bei der Arbeit auch hier die Verteilung: Wir müssen das, was wir schon haben, einfach nur gerechter aufteilen.</span></li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">Wir müssen also unsere über Jahrzehnte vermittelten Vorstellungen (“Wachstum ist eine ökonomische Notwendigkeit und führt zu allgemeinem Wohlstand”) infrage stellen und als Ideologien enttarnen.</span></p>
<p><i>Wo kann ich mehr erfahren?</i></p>
<p>Videos und Podcasts mit Jason Hickel gibt es leider nur auf Englisch. Diese sind aber sehr sehens- und hörenswert, etwa diese kurze Zusammenfassung seiner Ideen im Rahmen der (ebenso feinen) Reihe 5&#215;15 Stories:</p>
<div class="epyt-video-wrapper"><iframe loading="lazy"  id="_ytid_28392"  width="945" height="532"  data-origwidth="945" data-origheight="532" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/ln9GBJWkKss?enablejsapi=1&autoplay=0&cc_load_policy=0&cc_lang_pref=&iv_load_policy=1&loop=0&rel=1&fs=1&playsinline=0&autohide=2&theme=dark&color=red&controls=1&disablekb=0&" class="__youtube_prefs__  no-lazyload" title="YouTube player"  allow="fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen data-no-lazy="1" data-skipgform_ajax_framebjll=""></iframe></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Und gleich noch eine Doppelempfehlung: Abonniert den Podcast Upstream und hört euch besonders die Folge mit Jason Hickel an:</span></p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/1307626654&amp;color=%23ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true&amp;visual=true" width="100%" height="300" frameborder="no" scrolling="no"></iframe></p>
<div style="font-size: 10px; color: #cccccc; line-break: anywhere; word-break: normal; overflow: hidden; white-space: nowrap; text-overflow: ellipsis; font-family: Interstate,Lucida Grande,Lucida Sans Unicode,Lucida Sans,Garuda,Verdana,Tahoma,sans-serif; font-weight: 100;"><a style="color: #cccccc; text-decoration: none;" title="Upstream" href="https://soundcloud.com/upstreampodcast" target="_blank" rel="noopener">Upstream</a> · <a style="color: #cccccc; text-decoration: none;" title="How Degrowth Will Save the World with Jason Hickel (In Conversation)" href="https://soundcloud.com/upstreampodcast/jason-hickel-degrowth" target="_blank" rel="noopener">How Degrowth Will Save the World with Jason Hickel (In Conversation)</a></div>
<hr />
<p><a name="neu"></a><b><i>Manfred Folkers/Niko Paech: All you need is less, oekom 2020, 256 Seiten</i></b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7693 alignleft" src="https://www.medienkulturhaus.at/wp-content/uploads/2022/08/all-you-need-is-less-titel-9783962380588-oekom.jpg" alt="" width="231" height="372" />Auf den ersten Blick überraschend erscheint die Zusammenarbeit eines buddhistischen Dharma-Lehrers mit einem Volkswirtschaftler in diesem Buch. Erforscht man jedoch die Biografien der beiden Autoren etwas genauer, wird deutlich, was die beiden zusammengeführt hat: Die Kritik an einer leistungs- und profitorientierten Wirtschafts- und Lebensweise, die beide als zerstörerisch für das menschliche Dasein betrachten. Manfred Folkers beschäftigt sich seit den 1990er Jahren mit asiatischen Meditations- und Bewegungslehren Qigong und Taijiquan und publiziert seit den 2000ern auch Bücher über Entschleunigung und Achtsamkeit. Aus einer wissenschaftlichen Perspektive beschäftigt sich Niko Paech mit den Themen Ökologisches Wirtschaften und Nachhaltigkeit. Er gilt als Begründer des Begriffs „Postwachstumsökonomie“, eine Wirtschaftssystem, das die Begrenztheit der natürlichen Ressourcen akzeptiert und deshalb zur Erfüllung der menschlichen Bedürfnisse nicht auf grenzenloses Wachstum setzt.</p>
<p><i>Was schreiben Manfred Folkers und Niko Paech zum Thema Verzicht?</i></p>
<p>Kernbegriff des Buches (er findet sich auch im Untertitel) ist die „Kultur des Genug“. Folkers betont dabei, ganz Buddhist, die Genügsamkeit. Paech stellt die Suffizienz – also das Streben nach einem möglichst geringen Ressourcenverbrauch – ins Zentrum seiner Argumentation. Beides sind unterschiedliche Begriffe für eine bedürfnisorientierte Lebensweise, die im „Mehr“ keinen absoluten Wert erkennt.</p>
<p>In westlichen Gesellschaften führt der Weg zum Genug unter anderem über individuellen Verzicht. Besonders Paech betont, dass er die Politik für unfähig hält, den notwendigen Kulturwandel in die Suffizienz einzuleiten. Er setzt stattdessen auf eine „suffiziente Avantgarde“, die einen entsprechenden Lebensstil vorlebt und mit diesem quasi die breite Masse ansteckt. Folkers geht diese individualistische Perspektive nicht weit genug, er will auch gemeinsame, solidarische Lösungen auf gesellschaftlicher Ebene finden. Verzicht spielt bei ihm zwar für die Genügsamkeit eine Rolle, ohne kollektives Handeln und Veränderung der Rahmenbedingungen sieht er jedoch keinen Weg aus der „Gier-Wirtschaft“.</p>
<p>Eine kleine Ergänzung: Interessant ist vor allem der Aufbau dieses Buches. Die Ideen von Folkers und Paech sind eingebettet in ein Vor- und ein Nachgespräch der beiden Autoren. Durch diesen Kniff wirken die Gedanken insgesamt organischer und das Buch nicht nur wie eine intellektuelle Abhandlung.</p>
<p><i>Wo kann ich mehr erfahren?</i></p>
<p>Einen kleinen Einblick in den „Sound“ des Buches erhält man in diesem kleinen Teaser-Video:<br />
<div class="epyt-video-wrapper"><iframe loading="lazy"  id="_ytid_72037"  width="945" height="532"  data-origwidth="945" data-origheight="532" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/jsIRWv79mr8?enablejsapi=1&autoplay=0&cc_load_policy=0&cc_lang_pref=&iv_load_policy=1&loop=0&rel=1&fs=1&playsinline=0&autohide=2&theme=dark&color=red&controls=1&disablekb=0&" class="__youtube_prefs__  no-lazyload" title="YouTube player"  allow="fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen data-no-lazy="1" data-skipgform_ajax_framebjll=""></iframe></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Etwas ausführlicher erläutert Niko Paech seine Ansätze im Gespräch mit Hans Holzinger von der Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg:<br />
<div class="epyt-video-wrapper"><iframe loading="lazy"  id="_ytid_85238"  width="945" height="532"  data-origwidth="945" data-origheight="532" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/1Wy67fJQIgc?enablejsapi=1&autoplay=0&cc_load_policy=0&cc_lang_pref=&iv_load_policy=1&loop=0&rel=1&fs=1&playsinline=0&autohide=2&theme=dark&color=red&controls=1&disablekb=0&" class="__youtube_prefs__  no-lazyload" title="YouTube player"  allow="fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen data-no-lazy="1" data-skipgform_ajax_framebjll=""></iframe></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zum Anhören gibt es die Ideen von Niko Paech und Manfred Folkers im Podcast des oekom Verlags:<br />
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<script class="podigee-podcast-player" src="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" data-configuration="https://oekom-podcast.podigee.io/8-achte-episode/embed?context=external"></script></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Berichten vom Verzichten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Walter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 May 2022 10:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weniger ist mehr]]></category>
		<category><![CDATA[blog]]></category>
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		<category><![CDATA[wim]]></category>
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					<description><![CDATA[Worüber wird hier gebloggt?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Das Projekt „Weniger ist mehr“ thematisiert Verzicht als Chance für Veränderung. Wie widmet sich die Reduktion dieser Frage? Und worüber wird gebloggt? Ein paar einführende Worte.</strong></em></p>
<p><span data-syno-text="true">Dieser Blog bietet keine einfachen Lösungen. Er gibt keine simplen Tipps nach dem Motto: „Wenn du die Hälfte der Plastikverpackungen einsparst, alle 20 Minuten in der Arbeit eine Entspannungspause machst, künftig mit dem Zug auf Urlaub fährst und nur mehr am Wochenende Fleisch isst, dann wird alles gut.“ Dieser Blog ist keine Gebrauchsanleitung für ein nachhaltiges Leben. Kein Achtsamkeits-Ratgeber. Keine 10 Schritte zu mehr Mindfulness.</span></p>
<p><span data-syno-text="true">Stattdessen wollen wir uns und euch </span><span data-syno-text="true">aufmerksam machen </span><span data-syno-text="true">auf die relevanten Herausforderungen der Zeit. </span><span data-syno-text="true">Und wir wollen mit euch lernen, wie wir </span><span data-syno-text="true">selbst gestaltend tätig werden</span><span data-syno-text="true"> können, um uns diesen Herausforderungen zu stellen.</span><span data-syno-text="true"> Wir wollen Bescheid wissen und unser Schicksal selbst in die Hand nehmen.</span></p>
<p><span data-syno-text="true">Das ist nicht immer mit ein paar einfachen Tipps getan. Vielmehr braucht es die Erfahrungen und Erlebnisse von anderen Menschen; es braucht die Gedanken von klugen Köpfen; es braucht Raum und Zeit zum Nachdenken; und nicht zuletzt braucht es Entspannung, Spaß und ganz viel Freiheit. Geben wir uns die Zeit und die Freiheit zum Nachdenken, es lohnt sich!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p data-syno-attrs="{&quot;textMarks&quot;:[{&quot;_&quot;:&quot;strong&quot;}]}"><em>Worum geht‘s?</em></p>
<p><span data-syno-text="true">Wir wollen euch in den kommenden Monaten zahlreiche Denkanstöße bieten. Dazu widmen wir uns alle zwei Wochen intensiv einem Thema, das zum Projekttitel „Weniger ist mehr“ und dem Verzicht als Lösungsansatz für gesellschaftliche Herausforderungen passt. </span></p>
<p><span data-syno-text="true">Erscheinen werden unterschiedliche Texte (Analysen, Reportagen, Interviews, Kommentare, Essays, Gedichte, etc.), Bild-, Foto- und Videobeiträge (z.B. die „Geschichten vom Verzichten“ und kurze Videoclips), die eine oder andere Playlist oder auch einmal eine Film- oder Buchempfehlung. Wir sind gespannt! Ihr auch?</span></p>
<hr />
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